| Daniela Hüttemann |
| 18.08.2026 12:00 Uhr |
Auf einen gesunden Lebensstil achten, um keinen Bluthochdruck und Diabetes zu entwickeln – und zudem nicht zu rauchen – scheint der Schlüssel zu einem möglichst langem demenzfreien Leben zu sein. / © Adobe Stock/Miljan Zivkovic
Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen sind die drei Faktoren, die einen so großen Unterschied für unsere Blutgefäße machen – auch im Gehirn. Das zeigt eine prospektive Kohortenstudie mit Langzeitdaten von 12.409 Menschen aus vier US-Gemeinden, die diese Woche im Fachjournal »Neurology« veröffentlicht wurde. Die Teilnehmenden waren im Alter von etwa 55 Jahren demenzfrei und gaben Anfang der 1990er-Jahre Auskunft, ob sie rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck haben. Sie wurden bis 2022 nachbeobachtet und die Daten nun ausgewertet – im Schnitt betrug der Beobachtungszeitraum 26,3 Jahre. 3008 von ihnen entwickelten eine Demenz, 5238 starben demenzfrei.
Das zentrale Ergebnis:
»Die neue Untersuchung bestätigt damit eindrucksvoll, was frühere Arbeiten bereits vermuten ließen: Die Weichen für die Gehirngesundheit werden lange vor dem Auftreten erster Gedächtnisstörungen gestellt«, konstatiert die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in einer Pressemitteilung zur Studie.
»Die Autorinnen und Autoren betonen, dass Prävention nicht unbedingt das Erkrankungsrisiko senkt, sondern vor allem dazu beiträgt, mehr Lebensjahre bei guter geistiger Gesundheit zu gewinnen«, so die DGN. »Denn sie weisen darauf hin, dass Menschen mit besonders guter Gefäßgesundheit aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung insgesamt häufiger ein sehr hohes Alter erreichen und dadurch auch ein höheres Lebenszeitrisiko für Demenz haben.« Entscheidend sei deshalb nicht allein, ob eine Demenz auftritt, sondern wann – und wie viele Jahre zuvor ohne kognitive Einschränkungen gelebt werden können.
Diese eindrückliche Zahl, also die 12,6 Jahre längere Lebenszeit ohne Demenz, können auch Apothekenteams nutzen, um ihre Patientinnen und Patienten zu einer gesunden Lebensweise zu ermutigen, sie beim Rauchverzicht zu unterstützen und die Therapietreue für Blutdruck- und Diabetesmittel zu stärken.
Alle drei Risikofaktoren sind modifizierbar. An diesen Stellschrauben gilt es also zu drehen, und zwar so früh wie möglich, vor allem durch eine gesunde Lebensweise: tabakfrei, mit viel Bewegung und frisch zubereiteter, pflanzenbetonter Ernährung sowie wenig Zucker und hochprozessierten Lebensmitteln.