Menschen ab 75 Jahren sowie Risikogruppen sollten ihren Covid-19-Impfschutz jährlich auffrischen lassen. / © Getty Images/Jasmin Merdan
Da der überwiegende Teil der Bevölkerung (mehrfach) gegen Covid-19 geimpft sei und größtenteils auch eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht habe, bestehe mittlerweile ein ausreichend guter Schutz vor schwerem Covid-19. Schwere Verläufe seien seit der Omikron-Variante zudem sehr selten geworden, so die STIKO. Hospitalisierungen und Todesfälle beträfen inzwischen vorrangig Menschen ab 75 Jahren. Auch habe sich inzwischen ein saisonaler, eingipfeliger Verlauf etabliert, der im Spätsommer/Frühherbst beginne.
Daher empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 nun erst ab dem Alter von 75 Jahren. Bislang galt die Impfempfehlung bereits für Menschen ab 60 Jahren. Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, sollen die Impfung weiter unabhängig vom Alter erhalten. Ebenso Bewohner von Pflegeheimen inklusive des dort tätigen Personals sowie medizinisches Personal, das einem erhöhten tätigkeitsbezogenen Infektionsrisiko ausgesetzt ist oder besonders gefährdete Risikopatienten betreut, also etwa in Notaufnahmen und auf Intensivstationen.
Zu den Grunderkrankungen mit erhöhtem Risiko zählen laut RKI chronische Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, ein BMI ≥ 30, chronische neurologische oder psychiatrische Erkrankungen, erworbene oder angeborene Immundefizienz, Krebs, Schwangerschaftskomplikationen, Langzeitfolgen nach Covid-19 und syndromale Erkrankungen wie Trisomie 21.
Die aktualisierten Empfehlungen zur Covid-19-Impfung hatte die STIKO im »Epidemiologischen Bulletin« (28/2026) veröffentlicht. Demnach brauchen auch Schwangere derzeit keine weitere Auffrischimpfung – außer, sie haben eine Grunderkrankung oder leiden unter schwangerschaftsbedingten Komplikationen wie etwa Gestationsdiabetes oder Bluthochdruck. In der Schwangerschaft kann ab dem zweiten Trimester geimpft werden. Für gesunde Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird die Impfung schon seit Längerem nicht mehr empfohlen.
Was den optimalen Zeitpunkt der Impfung angeht, gibt es auch eine neue Empfehlung. Es soll vorzugsweise mit dem Beginn der Saison im Spätsommer/Frühherbst geimpft werden, bisher war immer vom Herbst die Rede gewesen. Die Corona-Welle beginnt allerdings meist schon etwas früher, und die Wirksamkeit der Impfung lässt mit der Zeit nach. Eine nicht erfolgte Impfung kann aber im Lauf der Saison nachgeholt werden.
»Empfehlungen zur Erlangung einer Basisimmunität« gibt es nun nicht mehr. Die meisten erwachsenen Menschen sind durch Impfungen und Infektionen mittlerweile immun. Studien zufolge verfügten mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland über eine gute Immunität, so die STIKO.