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Bei Kräften bleiben
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Ernährung bei Krebs

Kaum eine Diagnose wirft so viele Fragen auf wie eine Krebserkrankung. Bezüglich der Ernährung geht es vor allem darum, Gewichtsverlust und Malnutrition die Stirn zu bieten. Nicht selten ist als erstes Symptom ein auffälliger Gewichtsverlust richtungsweisend, sodass schon bei Diagnosestellung eine Mangelernährung vorliegt.
AutorKontaktCornelia Höhn
Datum 27.07.2023  09:00 Uhr

Besondere Hygiene notwendig

Im Rahmen einer Chemotherapie kann die Leukozytenbildung verringert sein. So kommt es zu einer geschwächten Infektabwehr, die besondere Hygiene bei der Speisenzubereitung verlangt:

  • Hände, Arbeitsmaterial gründlich reinigen.
  • Nur einwandfreies Obst, Salat und Gemüse verwenden und gründlich waschen.
  • Rohe oder weiche Eier meiden, Eier mit gesprungener Schale nicht essen.
  • Schlecht riechende Speisen nicht kosten, sondern entsorgen.
  • Rohes Fleisch, Geflügel, Fisch beim Zubereiten von anderen Lebensmitteln trennen.
  • Fleisch und Fisch nur durchgegart verzehren.
  • Rohmilchprodukte meiden.
  • Regeln für Erhitzen, Kühlen, Auftauen beachten.

Zur Stärkung des Immunsystems ist buntes Gemüse und Obst empfehlenswert: Es ist reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, die durch ihre antioxidative Wirkung zellschützend wirken. Zink aus Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten, Selen aus Fisch und Eiern sowie eine ausreichende Vitamin-D-Aufnahme wirken sich positiv auf die Infektabwehr aus. Die Verwendung von Knoblauch, Ingwer, Oregano und Kurkuma hemmt Entzündungen. Ballaststoffe und Fermentiertes unterstützen ein immunkompetentes Darmmikrobiom.

Eine sichere Bedarfsdeckung an Mikronährstoffen sollte über die Nahrung gewährleistet sein, da die Studienlage zur Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln bislang nicht aussagekräftig ist. Darüber hinaus kann die antioxidative Wirkung der Vitamine C, E oder ß-Carotin eine Strahlen- oder Chemotherapie beeinträchtigen. Bei ausgeprägtem Mikronährstoffmangel entscheidet der behandelnde Arzt über eine notwendige Einnahme.

Individuelle Situation berücksichtigen

Ist die Abwehrschwäche sehr ausgeprägt oder steht eine Transplantation bevor, so muss eine keimarme Ernährung eingehalten werden. Bei Kopf-Hals-Tumoren, Operationen am Gastrointestinaltrakt oder der Harnblase erhalten Betroffene während des Klinikaufenthaltes eine genaue Anleitung für ihre künftige Ernährung. Auch ein Darmstoma oder eine (Teil-)Entfernung der Bauchspeicheldrüse machen Änderungen im Speiseplan erforderlich. Unterstützung durch Fachpersonal sollte ebenso beim Auftreten von Begleiterkrankungen wie Lymphödem, Osteoporose, Gicht oder Niereninsuffizienz sowie bei Gewichtszunahme im Rahmen einer Brust- beziehungsweise Prostatakrebstherapie gesucht werden.

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