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Regelmäßig, vielfältig und zuckerarm
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Ernährungstipps für ADHS-Betroffene

Heilen kann eine nährstoffreiche Ernährungsweise ADHS zwar nicht, unterstützt aber die Symptomverbesserung und Reduzierung der Medikation nachhaltig. Betroffene sollten daher mit Bedacht entscheiden, was auf den Teller kommt und eine regelmäßige Mahlzeitenstruktur pflegen.
AutorKontaktCornelia Höhn
Datum 22.06.2023  13:45 Uhr

Oligoantigene Diät

Für eine gute Nährstoffversorgung ist ein gesunder Dünndarm entscheidend. Dessen Resorptionsfähigkeit kann durch Allergien beeinträchtigt sein. Erhöhte Mastzell- beziehungsweise Immunglobulinkonzentrationen im Gehirn tragen zu Verhaltensstörungen und Lerndefiziten bei.

Kommt es daher nach längerer, konsequenter Ernährungsumstellung zu keiner Besserung oder besteht der Verdacht, dass bestimmte Lebensmittel ADHS-Symptome triggern, geben Labortests Aufschluss über Nahrungsmittelintoleranzen. Auch ein »Ess-Hyperaktivitätsprotokoll« kann helfen. Während eigenständiges Weglassen von Lebensmitteln nicht zu empfehlen ist, werden mit Unterstützung einer Ernährungsfachkraft individuelle Unverträglichkeiten ermittelt und eine vorübergehende Eliminationsdiät durchgeführt. Bleibt die Suche nach den Auslösern erfolglos, ist die sogenannte oligoantigene Diät eine Option.

Über vier Wochen sind dabei nur Lebensmittel mit geringem allergenen Potenzial erlaubt: die meisten Gemüse- und Obstsorten, glutenfreies Getreide und Kartoffeln, Lammfleisch, Geflügel, Reisdrink oder Kokosmilch, Oliven- und Rapsöl. Auf alle möglicherweise problematischen Lebensmittel wird verzichtet:

  • Kennzeichnungspflichtige Allergene: Milch, glutenhaltiges Getreide, Ei, Fisch, Soja, Lupine, Erdnüsse, Schalenfrüchte, Sellerie, Sesam, Senf, Krebs-, Weichtiere, Schwefeldioxid, Sulfite
  • Zusatzstoffe: Farb- und Süßstoffe, Salicylate, Glutamate, Phosphate

Sinnvoll ist, in diesem Zeitraum die Ernährung für alle Familienmitglieder umzustellen. Das vermeidet Ausgrenzung und der Aufwand bleibt überschaubar.

Kommt es während der Auslassphase zu einem Rückgang der Symptomatik um mehr als 40 Prozent – was in einer Studie der Kinder- und Jugendpsychiatrie Freiburg bei zwei Dritteln der Teilnehmenden beobachtet wurde –, schließt sich eine zwölfwöchige Wiedereinführungsphase an. Schrittweise werden die Kinder wieder mit den früher üblichen Lebensmitteln konfrontiert und Reaktionen protokolliert. Abschluss bildet dann eine maßgeschneiderte Ernährungsempfehlung. In die Freiburger Studie eingebundene Kinder erfuhren nicht nur Lob ihrer Lehrer und Trainer für Verhalten und Aufmerksamkeit. Sie merkten auch selbst, wenn sie etwas gegessen hatten, das ihnen nicht guttat.

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