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Gar nicht altbacken
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Essen nach der inneren Uhr?

Wann Menschen essen, beeinflusst die menschliche Gesundheit. Es scheint, als sei das alte Sprichwort »Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettler« gar nicht so falsch.
AutorKontaktCarina Steyer
Datum 05.11.2024  08:30 Uhr

Manche Menschen haben morgens richtig Hunger und genießen ein ausgiebiges Frühstück. Andere kommen nur schwer in Gang und verzichten gerne. Zu welchem Frühstückstyp ein Mensch gehört, sucht er sich in der Regel nicht selbst aus. Die innere biologische Uhr und der circadiane Rhythmus spielen eine entscheidende Rolle. Letzterer wiederholt sich alle 24 Stunden und wird durch äußere Zeitgeber getaktet, allen voran Licht und Dunkelheit. Die innere Uhr unterscheidet sich von Mensch zu Mensch, findet sich aber in jeder einzelnen Zelle des Körpers. Da diese unzähligen Miniuhren nicht alle perfekt laufen, werden sie regelmäßig von der »Masterclock« im Hypothalamus synchronisiert und an den circadianen Rhythmus angepasst.

Schon lange besteht die Vermutung, dass circadianer Rhythmus, innere Uhren und die Nahrungsaufnahme eng miteinander verknüpft sein könnten. Denn Forscher wissen, dass der Hypothalamus nicht nur die inneren Uhren, sondern auch die Nahrungsaufnahme beeinflusst, indem er Botenstoffe produziert, die den Appetit anregen oder hemmen. Die inneren Uhren wiederum beeinflussen die Verdauung in Abhängigkeit vom circadianen Rhythmus.

Das System funktioniert auch in die andere Richtung. Veränderte Essenszeiten und eine Nahrungsaufnahme entgegen dem circadianen Rhythmus bringen den Stoffwechsel nicht nur durcheinander, sondern können auch die inneren Uhren verschieben. So wird das Hungergefühl während des Nachtschlafs im Normalfall für etwa sieben bis acht Stunden unterbrochen. Ist man aber nachts auf den Beinen, stellt sich das Hungergefühl trotz der nächtlichen Tageszeit ein. Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Mäuse, die genetisch so manipuliert wurden, dass ihren Fettzellen ein spezielles Gen für die innere Uhr fehlte, entgegen ihrem natürlichen Verhalten tagsüber fraßen und dabei trotz gleicher Nahrungsmenge deutlich an Gewicht zunahmen.

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