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Essstörungen
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Fixiert auf Nahrung und Figur

Essstörungen zeigen sich in unterschiedlichen Krankheitsbildern. Allen Formen gemeinsam ist die starke Fixierung auf Körpergewicht und Figur. Es handelt sich um ernste psychische Erkrankungen, die behandelt werden müssen. Von selbst verschwinden sie nicht, und viele der Betroffenen geraten in Lebensgefahr.
AutorKontaktAnnette Immel-Sehr
Datum 03.07.2020  09:30 Uhr

Vor Rückfällen schützen

Ein Medikament zur Behandlung der Binge-Eating-Störung gibt es in Deutschland bislang nicht. Studien haben belegt, dass Lisdexamfetamin, welches zur Behandlung von ADHS zugelassen ist, die Zahl der Essanfälle reduzieren kann. Dies wurde auch für einige Antidepressiva und Antikonvulsiva gezeigt. Die erzielten Effekte waren allerdings gering.

Die Behandlung einer Essstörung kann je nach Schwere der Erkrankung Monate bis Jahre dauern. Je früher Betroffene den Mut finden, sich Hilfe zu holen, desto besser sind die Erfolgschancen. Auch eine erfolgreiche Behandlung schützt nicht absolut vor Rückfällen in das krankhafte Verhalten. Dies ist kein persönliches Versagen, sondern Merkmal der Erkrankung. Deswegen existieren zahlreiche Nachsorgeangebote, die zumindest für die erste Zeit nach Abschluss der Behandlung unbedingt genutzt werden sollten. Die Nachsorge kann in Selbsthilfegruppen, regelmäßigen Supervisionen durch einen Therapeuten oder mit speziellen Apps auf dem Smartphone erfolgen.

Bei einem Großteil der Menschen mit einer Essstörung liegt eine weitere psychische Erkrankung vor. Am häufigsten treten Depressionen und Angststörungen auf. Darüber hinaus gehen Essstörungen nicht selten mit Zwangsstörungen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder einem Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizit-Syndrom (ADHS) einher. Bei Magersucht findet sich zudem eine auffallende Häufung von Autismus. Es ist bislang ungeklärt, ob Essstörungen Ursache oder Folge der begleitenden psychischen Erkrankungen sind. Es könnte auch sein, dass es gemeinsame Risikofaktoren gibt, die sowohl Essstörungen als auch andere psychische Erkrankungen begünstigen. 

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