| Barbara Döring |
| 05.05.2026 16:00 Uhr |
Erhöhte Blutfette wie LDL-Cholesterin tragen zur Plaquebildung in Gefäßen bei und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. / © Getty Images/ Dragon Claws
Immer noch kommen zu viele Menschen wegen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls in die Klinik und haben erhöhte LDL-Cholesterin-Werte, die nicht oder nur unzureichend behandelt sind. Darauf weist der Kardiologe Professor Dr. Heribert Schunkert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Herz und Kreislauferkrankungen am TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum München, hin. Zum einen gäbe es Lücken in der ärztlichen Versorgung, zum anderen würden viele Patienten verordnete Lipidsenker nicht regelmäßig einnehmen.
Laut den Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC/EAS) sollte bei Patienten und Patientinnen mit koronarer Herzerkrankung und hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse das LDL Cholesterin unter 55 mg pro Deziliter Blut und um mindestens 50 Prozent vom Ausgangswert gesenkt werden.
Je stärker das LDL-Cholesterin gesenkt wird, desto besser seien Herz und Gehirn vor Infarkten geschützt – gerade wenn bereits andere Gefäßrisiken bestünden, sagt Schunkert. Die häufig befürchteten Muskelschmerzen unter einer lipidsenkenden Therapie sind laut Experten weitaus geringer als oftmals angenommen.