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Körper und Psyche
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Gut durch die Schichtarbeit kommen

Arbeiten, wenn andere schlafen: Wer im Schicht- oder Nachtdienst tätig ist, lebt gegen seine innere Uhr. Das kann Gesundheit und Sozialleben belasten. Professor Volker Harth vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Frank Brenscheidt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geben Tipps, wie Betroffene am besten durch den Schichtdienst kommen.
AutorKontaktdpa
Datum 07.08.2026  10:00 Uhr
Gut durch die Schichtarbeit kommen

1. Den Schlaf schützen

Wer nachts arbeitet, läuft Gefahr, in ein Schlafdefizit zu kommen. »Schichtarbeitende sollten ihren Schlaf ganz bewusst planen und für diese Zeit keine Termine beim Arzt oder Amt machen«, sagt Frank Brenscheidt. Nach der Nachtarbeit sollte man möglichst schnell in den Schlaf kommen, rät Volker Harth.

»Da der Tagschlaf sowieso verkürzt ist, sollte dieser möglichst störungsfrei sein«, so der Mediziner. Ein kühles, dunkles und ruhiges Schlafzimmer hilft dabei. Auch könne man Ohrstöpsel nutzen oder Verdunklungsvorhänge aufhängen. Wichtig: die Türklingel ausschalten, um nicht vom nächsten Paketboten geweckt zu werden.

2. Licht vor dem Schlaf meiden

Licht macht wach. Wer also nach der Arbeit möglichst schnell zur Ruhe kommen möchte, kann beispielsweise mit einer Sonnenbrille versuchen, weniger Lichtreize aufzunehmen. Insbesondere blaues Licht, wie von Smartphones und Tablets, sollte vor dem Schlafen vermieden werden. »Es triggert den Menschen zum Wachsein«, erklärt Volker Harth.

3. Leichte Mahlzeiten zu sich nehmen

In der Nacht läuft die menschliche Verdauung normalerweise auf Sparflamme. Deswegen sollte man in der Nacht fettarm und proteinreich essen. »Es wäre gut, die Hauptmahlzeit zum Abendessen zu sich zu nehmen und leichtes Essen über die Nacht hinweg. So verhindert man, dass man am Morgen wach bleibt, weil der Verdauungstrakt arbeitet«, so Harth.

4. Wachmacher nur gezielt einsetzen

Kaffee, Cola oder Energy-Drinks – Getränke mit Koffein oder Taurin halten wach und geben Energie. Das kann im Nachtdienst durchaus sinnvoll sein. Allerdings, rät Volker Harth, solche Wachmacher nur bewusst und gezielt einzusetzen. Putscht man sich noch wenige Stunden vor dem Schlafengehen auf, ist die Gefahr groß, nach dem Nachtdienst nicht zur Ruhe zu kommen.

5. Soziale Interaktion einplanen

»Wer arbeitet, wenn alle anderen frei haben, gerät schnell in eine gewisse soziale Isolation«, sagt Frank Brenscheidt. Er empfiehlt deshalb soziale Kontakte aktiv zu pflegen. Hilfreich sei beispielsweise ein fest eingeplantes gemeinsames Mittagessen mit der Familie oder auch eine private Verabredung mit einem Schichtkollegen.

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