| Christina Hohmann-Jeddi |
| 23.09.2026 10:00 Uhr |
»Eine ernährungstherapeutische Begleitung der Therapie ist […] unverzichtbar«, sagte Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Martin Smollich bei seinem Vortrag auf der Expopharm. / © PZ/Alois Müller
Die GLP-1-Analoga wirken unter anderem, indem sie den Appetit reduzieren und die Magenentleerung verlangsamen. Die Patienten essen entsprechend weniger und nehmen Gewicht ab. Laut Studien sinkt aber nicht nur der Appetit, sondern es verändert sich auch die Geschmackspräferenz und damit die Ernährung. So hätten Patienten weniger Verlangen nach Süßem, Softdrinks, Junkfood und Alkohol, während der Appetit auf Obst und Gemüse nicht beeinflusst wird. »Eigentlich ist es das, was wir wollen«, sagte Smollich. Dennoch handele es sich bei der Inkretinmimetika-Therapie um eine »iatrogene Mangelernährung«, da die Makro- und Mikronährstoffaufnahme sowie zum Teil auch die Flüssigkeitszufuhr deutlich reduziert sind.
»Eine ernährungstherapeutische Begleitung der Therapie ist daher unverzichtbar«, sagte der Ernährungswissenschaftler. Diese habe vier Ziele:
Um die gastrointestinalen Nebenwirkungen zu verringern, könne den Patienten geraten werden, langsam und in kleinen Portionen zu essen und sich beim Essen nicht ablenken zu lassen. Schwerverdauliche und fettreiche Lebensmittel sollten gemieden werden.
Um einer Verstopfung vorzubeugen, sind ballaststoffreiche Nahrungsmittel und ausreichende Trinkmengen empfohlen. Dabei müsse auch mit einem Missverständnis aufgeräumt werden, betonte Smollich. Wenn man vor Therapiebeginn etwa 2 kg Lebensmittel pro Tag zu sich genommen habe und unter der Therapie nur noch eine Handvoll, dann sei ein Rückgang des Stuhlvolumens nicht überraschend – und nicht immer ein Zeichen von Verstopfung.