Eine Cochrane-Studie zeigt: E-Zigaretten mit Nikotin können Rauchern beim Rauchstopp helfen. / © Getty Images/Andrey Popov
Eine Raucherentwöhnung mit nikotinhaltigen E-Zigaretten weist einer großen Studie zufolge eine höhere Erfolgsquote auf als andere Methoden. Acht bis 10 von 100 Probanden schafften es damit mindestens sechs Monate auf das Zigarettenrauchen zu verzichten. Bei anderen Methoden lag die Erfolgsquote höchstens bei 6 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Übersichtsstudie des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane. Allerdings gelten E-Zigaretten, auch Vapes genannt, der Gesundheitswissenschaftlerin Ute Mons zufolge nicht unbedingt als harmlos. Die Studie einer Gruppe um Jamie Hartmann-Boyce von der University of Massachusetts in Amherst (USA) ist online in der »Cochrane Library« erschienen.
Das Cochrane-Netzwerk erstellt Informationen zu medizinischen Fragen auf der Basis hochwertiger Studien. Für die Übersichtsstudie zur Raucherentwöhnung nutzte es Ergebnisse von 80 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmern.
Randomisierung bedeutet die Zuteilung von Teilnehmern zu Versuchsgruppen nach dem reinen Zufallsprinzip. Kontrolliert heißt, dass die verschiedenen Versuchsgruppen mit einer Kontrollgruppe verglichen werden, bei der kein Versuch vorgenommen wird.
In ihrer Gesamtheit ergaben die Studien, dass die Raucherentwöhnung mit nikotinhaltigen E-Zigaretten in 8 bis 10 Prozent der Fälle zum Erfolg führt. Im Vergleich dazu sind es nur rund 6 Prozent bei nikotinfreien E-Zigaretten sowie bei Nikotinersatztherapien, bei denen den Patienten durch Pflaster, Kaugummis, Pastillen oder Sprays Nikotin zugeführt wird. Ohne Unterstützung oder lediglich mit verhaltenstherapeutischer Hilfe schafften nur 5 Prozent den Entzug.
»Es gibt starke Belege dafür, dass regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich sind als das Rauchen«, sagte Hartmann-Boyce. Dies gelte jedoch nicht für illegale Vapes. Wenn sich andere Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung als erfolglos erwiesen hätten, könne eine Alternative wie die E-Zigarette eine Überlegung wert sein, meint Hartmann-Boyce. Sie sieht den Umstieg auf E-Zigaretten als Zwischenschritt zum vollständigen Verzicht an. »Wir arbeiten derzeit an einer Übersichtsarbeit zu Maßnahmen, die beim Ausstieg aus dem Vapen helfen sollen«, berichtet die Forscherin.
Das Team fand keine Hinweise auf kurzfristige schwerwiegende Schäden durch nikotinhaltige E-Zigaretten. Allerdings seien längere und umfassendere Studien zur Bewertung der langfristigen Auswirkungen nötig.