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Stiftung Warentest
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»High Protein«-Produkte mehr Schein als Sein

Proteine sind gerade die Stars unter den Makronährstoffen. Doch längst nicht alles, was mit »High Protein« gekennzeichnet ist, ist auch gesund. Der neueste Ratgeber der Stiftung Warentest fasst zusammen, welche und wie viele Aminosäuren und Proteine wirklich wichtig sind, um im Alter oder bei der Gewichtsabnahme zu profitieren.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.01.2026  12:00 Uhr
»High Protein«-Produkte mehr Schein als Sein

Shakes, Pulver und Riegel mit einer Extradosis Protein sind längst nicht mehr nur in Fitnessstudios und in der Bodybuilder-Szene zu finden. Kollagendrinks für den jugendlichen Glow der Haut oder Kreatin-Tabs für starke Muskeln stehen mittlerweile in jedem Supermarktregal oder sind über diverse Onlineshops zu beziehen. Lebensmittel wie Skyr, Nudeln aus Hülsenfrüchten wie Linsen oder Kichererbsen sowie Produkte aus Insekten und Algen gab es vor ein paar Jahren noch gar nicht. Und – was fast schon grotesk anmutet - ein mit Käse belegter Burger kommt heutzutage kaum ohne das Label »proteinreich« aus.

Lebensmittelhersteller dürfen ein Produkt nur dann mit dem Hinweis »Proteinquelle« ausloben, wenn mindestens 12 Prozent des Energiegehalts des Lebensmittels aus Proteinen stammen. »High Protein« oder »reich an Protein« sind Lebensmittel dann, wenn mindestens 20 Prozent des Energiegehalts aus Proteinen bestehen. »Protein«-Käse oder »Protein«-Fisch wecken aber die Erwartung, dass diese Produkte mehr Eiweiß als ein vergleichbarer gewöhnlicher Käse beziehungsweise Fisch enthalten. Das ist ziemlich irreführend, weil die meisten Käsesorten ohnehin eiweißreich sind. Die Hersteller verweisen oftmals auf die Fußnote »von Natur aus«, um die Werbung mit Selbstverständlichkeiten zu umgehen.

»Der Protein-Hype führt oft zu falschen Informationen und überzogenen Erwartungen«, schreibt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Angela Bechthold im Ratgeber (siehe Buchtipp) über das falsch positive Gesund-Image. Hinter dem guten Ruf, den Proteine genießen, stecke nicht allzu selten wenig belegte Wirkung. Sie erklärt dagegen in gut verständlicher und übersichtlicher Art und Weise, was bei der Ernährung tatsächlich wichtig ist, um mehr Vitalität, Muskelerhalt im Alter oder eine Gewichtsabnahme zu erzielen.

Ohne Frage ist der Organismus auf die regelmäßige und ausreichende Versorgung mit Proteinen angewiesen, weil er sie nicht speichern kann. Aber kein biologischer Prozess kommt ohne sie aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Frauen und Männer zwischen 25 und 65 Jahren eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 g/kg Körpergewicht. Das ist zwar nicht wenig. Allerdings gibt es in der Ernährungsmedizin keine One-fits-all-Regeln.

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