| Isabel Weinert |
| 12.05.2026 08:00 Uhr |
Feigwarzen sind ein schambehaftetes Thema, für das es im Gespräch besonders viel Feingefühl braucht. / © Getty Images/Predrag Popovski
Was sind Feigwarzen?
Feigwarzen entstehen durch eine Infektion mit bestimmten Typen humaner Papillomaviren (HPV), meist die Typen 6 und 11, auf der Schleimhaut des Genitalbereichs. Sie können entweder in Gruppen wuchern oder einzeln auftreten, fühlen sich meist weich an und sind hautfarben oder grau.
Wie kann man sich anstecken?
Die Viren gelangen beim Geschlechtsverkehr von einem Menschen zum anderen und gelangen bereits durch kleinste Hautrisse in die Haut. Wer bereits Feigwarzen hat, gefährdet den Partner oder die Partnerin damit noch stärker.
Führt eine Infektion unweigerlich zum Ausbruch der Erkrankung?
Nein, ähnlich wie bei Lippenherpes trägt zwar der größte Teil der Bevölkerung das Virus in sich, aber nur bei einem kleineren Teil wird das symptomatisch. Meistens gelingt es dem Immunsystem, die Viren erfolgreich zu bekämpfen. Die persistierenden Viren können aber immer wieder einen Ausbruch von Feigwarzen verursachen.
Deutet es auf ein schwaches Immunsystem hin, wenn sich Symptome zeigen?
Nicht auf eine generell geschwächte Immunabwehr, aber zumindest darauf, dass das Immunsystem die Viren nicht ausreichend unterdrücken konnte. Die Viren konnten sich in Hautzellen vermehren.
Wie lange dauert es bis zum Ausbruch?
Bei den meisten Menschen dauert es zwei bis drei Monate bis hin zu den ersten Symptomen auf der Haut. Mitunter zeigen sich die pathologischen Veränderungen aber auch bereits nach wenigen Wochen.
Welcher Art sind die Symptome?
Auf der Haut entstehen erhabene Knubbelchen, die einer Warze ähneln. Sie können auch zu größeren Einheiten zusammenwuchern. In der Regel fühlen sie sich weich an, sind hautfarben oder grau und können mitunter auch mal bluten, brennen oder jucken.
Muss ich gesundheitliche Folgen fürchten?
Die gute Nachricht: Feigwarzen sind harmlos. Dennoch darf man sie nicht einfach abtun, weil man damit auch andere Menschen gefährdet, die einem körperlich intim nahekommen. Zudem belasten die Warzen die Betroffenen mitunter auch seelisch.
Wie kann man medikamentös gegen Feigwarzen angehen?
Die lokal eingesetzten Medikamente in Form von verschreibungspflichtigen Cremes, Salben oder auch Lösungen enthalten zum Beispiel das Antimitotikum Podophyllotoxin (wie in Wartec® Creme (0,15 %) oder Lösung, Condylox® Lösung (0,5 %) oder Condyline® Lösung. Zudem kommt der Immunmodulator Imiquimod zum Einsatz, etwa in Aldara® Creme (5 %) oder Zyclara® Creme. Eine pflanzliche Variante, die das Wachstum der Warzen hemmt, ist Extrakt aus Grüntee (Veregen® 10 % Salbe). Die Medikamente dürfen nur äußerlich zum Einsatz kommen, also nicht in der Scheide oder dem Enddarm und werden meist mehrere Monate angewendet. Hautärzte können Warzenareale außerdem vereisen, mit Laser behandeln, verätzen oder auch operativ entfernen.
Können Feigwarzen wiederkehren?
Die auslösenden Viren verbleiben auch, wenn die Warzen durch eine Therapie verschwunden sind, im Gewebe. Deshalb erleiden 20 bis 70 Prozent der Betroffenen Rückfälle, besonders dann, wenn das Immunsystem akut oder chronisch geschwächt ist. Deshalb ist es so wichtig, beim Arzt regelmäßig kontrollieren zu lassen, ob womöglich neue Warzen entstehen. Dann kann man sie zügig erneut behandeln.
Was ist wichtig, um die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs zu verringern?
Der konsequente Einsatz der genannten Medikamente oder die vom Hautarzt durchgeführten Verfahren werden besonders gefährdet, wenn ein Partner nicht mitbehandelt wird. Denn dann besteht das Risiko, dass sich immer wieder einer am anderen ansteckt – der Ping-Pong-Effekt. Deshalb: immer beide behandeln. Außerdem verringern Kondome die Ansteckungsgefahr. Auch eine HPV-Impfung kann sinnvoll sein.