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GeriPain
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Im Alter möglichst schmerzfrei

Ältere Menschen sind oft hart im Nehmen. Sie erdulden Schmerzen und klagen nicht, berichten womöglich nebenbei darüber, weil das »ja zum Altwerden dazugehört«. Umso wichtiger, diese stets wachsende Patientengruppe im Hinblick darauf gezielt anzusprechen und zu beraten. Dafür plädiert auch die S3-Leitlinie »Schmerzmanagement bei GERiatrischen PAtIeNt:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)«.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 23.02.2026  08:00 Uhr

Schmerz ist ein subjektives Empfinden. Nur die Betroffenen selbst können sagen, dass es schmerzt, die Lokalisation benennen und die Stärke der Schmerzen definieren. Sogenannte Selbsteinschätzungsinstrumente machen Schmerz auch für Behandler objektivierbar, etwa anhand einer Skala von 1 bis 10. Allerdings reden gerade ältere Menschen oft nicht darüber, dass sie unter Schmerzen leiden, sondern sehen diese als dem Altern geschuldeten Prozess. Die Autorinnen und Autoren der Leitlinie GeriPain verfolgen das Ziel, die komplexe Schmerztherapie geriatrischer Patientinnen und Patienten zu verbessern. Als geriatrische Patienten bezeichnen sie Menschen mit einer »geriatrietypischen Multimorbidität« und höherem Lebensalter – in der Regel ab dem 70. Lebensjahr.

Von chronischen Schmerzen sprechen Mediziner, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten und entweder durch geriatrische Probleme wie Arthrose oder neuropathische Schmerzen verstärkt oder ausgelöst werden. Für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen weisen die Zahlen auf eine ungute Entwicklung und unzureichende Versorgung hin: Bis zu 85 Prozent der dort lebenden Menschen leiden unter akuten und beinahe zwei Drittel unter chronischen Schmerzen. Je multimorbider, desto größer die Zahl der Schmerzorte und umso stärker die Schmerzen. Insgesamt schätzt man, dass bundesweit jeder dritte über 65-jährige Mensch an Gelenkschmerzen leidet und bis zu 80 Prozent der älteren Menschen Schmerzen erleben, darunter mehr Frauen als Männer. 

Alle einbeziehen

Um ältere Menschen adäquat behandeln zu können, empfiehlt GeriPain, sowohl die Betroffenen als auch deren Angehörige in alle Aspekte des Schmerzmanagements aktiv einzubeziehen sowie ihnen Nutzen und möglichen Schaden verschiedener Therapiemöglichkeiten zu erklären. In der ambulanten Versorgung, in der Apotheken eine maßgebliche Rolle spielen, sollen alle relevanten Informationen des Schmerzmanagements bei der betroffenen Person vorliegen und alle an der Versorgung Beteiligten sollten darauf Zugriff haben. In einer Pressemitteilung moniert hierzu die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG): »Ja, wir haben jetzt eine elektronische Patientenakte. Aber die können viele Kliniken und Hausarztpraxen noch technisch gar nicht öffnen. Für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten oder Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter steht dieses Instrument nicht zur Verfügung. Das ist ein absolutes Manko!«

Um immer wieder zu prüfen, ob die Therapie noch ausreicht, ob relevante Neben- oder Wechselwirkungen auftreten, halten es die Autorinnen und Autoren der Leitlinie für wichtig, dass alle an der Therapie mitwirkenden Berufe hierbei strukturiert, systematisch und interdisziplinär vorgehen.  Derartige Strukturen sind jedoch noch nicht flächendeckend etabliert. PTA sind in diesem Prozess ein wichtiges Glied in der versorgenden Struktur. Die Leitlinienautoren schreiben zur Rolle der Apotheken, dass diese als interprofessionell wichtige Schnittstelle agieren, sei es ambulant oder stationär, indem sie zu geeigneten, altersgerechten Analgetika beraten, die Risiken unerwünschter Arzneimittelwirkungen minimieren und die Therapieoptimierung unterstützen.

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