| Barbara Döring |
| 29.07.2026 16:00 Uhr |
Auch für Frauen, die hormonell verhüten, sind Impfungen effektiv. Die »Pille« beeinträchtigt die Immunantwort nicht. / © Getty Images/Cris Cantón
Kleinere Studien zum Einfluss oraler Kontrazeptiva auf die Impfwirkung zeigten bislang heterogene Ergebnisse. Für die aktuelle, im Fachjournal »npj Vaccines« veröffentlichte Untersuchung werteten Forschende des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) Daten einer großen Kohorte von Beschäftigten im Gesundheitswesen aus, die mehrere Jahre lang während der Pandemie immunologisch begleitet wurden. Von den 1061 untersuchten Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren gaben rund 20 Prozent an, orale Kontrazeptiva einzunehmen.
Die Wissenschaftler analysierten sowohl die Antikörperantwort als auch die T-Zell-Immunität vor und nach der dritten beziehungsweise vierten Covid-19-Impfung. Dabei zeigte sich bei keinem der beiden Parameter ein signifikanter Einfluss der »Antibabypille«. »Weltweit nehmen Millionen von Frauen orale Kontrazeptiva ein. Gleichzeitig spielen Impfungen eine zentrale Rolle in der Prävention von Infektionskrankheiten«, sagt die Erstautorin Dr. Isabell Wagenhäuser. »Entsprechend wichtig ist die Frage, ob sie die Wirksamkeit von Impfungen beeinflussen können.« Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, bestehende Unsicherheiten wissenschaftlich einzuordnen, und schafften die Basis für weitere Untersuchungen möglicher Wechselwirkungen zwischen häufig eingesetzten Medikamenten und Impfungen.