Während die Empfehlungen zur Erlangung einer Basisimmunität gestrichen wurden, empfiehlt die STIKO weiterhin eine jährliche Covid-19-Auffrischimpfung für Menschen ab 75 Jahren sowie Risikogruppen. / © Getty Images/Juanmonino
Seit dem Ende der Pandemie gingen die Fallzahlen kontinuierlich zurück, schreibt die STIKO in der Begründung ihrer neuen Empfehlung. Komme jemand wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus oder sterbe sogar daran, handele es sich nun zumeist um über 75-Jährige.
Dementsprechend gilt de Empfehlung zur jährlichen Auffrischimpfung jetzt für gesunde Menschen ab 75 Jahren und außerdem für Bewohnende von Pflegeeinrichtungen. Ebenso sollten Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes, chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Fettleibigkeit sich eine Impfung abholen – das betreffe auch zahlreiche Menschen unter 75, betonte die STIKO.
Auch Menschen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten, sollen sich unter gewissen Umständen weiter impfen lassen, etwa wenn sie in Notaufnahmen und auf Intensivstationen arbeiten. Gleiches gilt für Personal in Pflegeeinrichtungen.
Für gesunde Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt die STIKO schon länger keine Impfung mehr. Schwangeren wird derzeit keine weitere Auffrischimpfung empfohlen – es sei denn, sie haben eine Grunderkrankung oder bei ihnen tritt während der Schwangerschaft eine Komplikation auf wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck.
In den aktuellen Empfehlungen der STIKO hat sich auch der Zeitpunkt für die Impfung leicht verschoben: War bisher von Herbst die Rede, gilt nun der Spätsommer oder Frühherbst als der ideale Zeitpunkt. Denn dann beginne jedes Jahr die Corona-Welle, und die Wirksamkeit der Impfstoffe lasse mit der Zeit nach.
Mit den Neuerungen erklärt die STIKO auch, dass es keine »Empfehlungen zur Erlangung einer Basisimmunität« mehr gebe. Schließlich seien die meisten erwachsenen Menschen durch Impfungen und Infektionen mittlerweile immun. Studien zufolge verfügten mehr als 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland über solch eine gute Immunität.
Wie viele Menschen in den vergangenen Jahren wegen Covid-19 ins Krankenhaus mussten, legt die STIKO in ihrer wissenschaftlichen Begründung ebenfalls dar: Die Zahlen halbierten sich in den vergangenen Jahren von Saison zu Saison nahezu. 2025/2026 wurden noch rund 50.000 Menschen deswegen in Krankenhäusern behandelt; die Sterbefälle gingen von etwa 4300 in der Saison 2023/2024 über etwa 2000 in der Saison 2024/2025 auf zuletzt etwa 900 zurück.
Erklärtes Hauptziel der neuen Impfempfehlungen ist es, schwere Covid-19-Verläufe, also Krankenhauseinweisungen und Todesfälle, sowie Langzeitfolgen wie Long Covid zu verhindern.
Die STIKO räumt ein, mit ihren Empfehlungen aber nicht mehr so richtig durchzudringen: Der bisherige Rat an alle über 60, sich eine Auffrischimpfung zu holen, wurde von weniger als einem Viertel der Bevölkerung befolgt. In der Saison 2024/2025 (neueste Zahl) waren es sogar nur noch 13 Prozent.