| Verena Schmidt |
| 14.07.2026 12:00 Uhr |
Wohlfühlatmosphäre: Küchenschwämme bieten ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien, auch pathogene Keime fühlen sich hier besonders wohl. / © Getty Images/colnihko
Eine poröse Oberfläche, Feuchtigkeit und Lebensmittelreste als »Futter«: Bakterien finden in Küchenschwämmen optimale Bedingungen zur Vermehrung. Bald nach Nutzungsbeginn sind sie daher meist mit zahlreichen Arten von Keimen besiedelt.
Dass sich dort auch pathogene Erreger tummeln, zeigt eine Untersuchung des BfR: Die Forschenden gaben Lösungen mit Escherichia coli und Salmonellen in verschiedenen Keimzahlen auf die Schwämme. Einige Schwämme wurden außerdem mit einer Staphylococcus-aureus-Lösung befeuchtet. Das Ergebnis: Alle untersuchten Bakterien vermehrten sich ausgehend von recht geringen Keimzahlen innerhalb weniger Tage erheblich; auch eine mehrtägige Austrocknung überstanden sie. In weiteren Versuchen zeigten die Forschenden, dass bereits leichter Druck ausreicht, um die Keime vom Schwamm auf eine Oberfläche zu übertragen.
Also den Schwamm austauschen, erst wenn er nicht mehr gut aussieht oder riecht? Das reicht wahrscheinlich nicht aus, warnt das BfR. Die Versuchsschwämme zeigten auch bei hoher Keimbelastung keine auffälligen Veränderungen. Das Institut rät: Wurde der Schwamm etwa zum Reinigen von Oberflächen verwendet, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollte er danach sofort entsorgt werden. Die Keimbelastung lässt sich alternativ durch eine mindestens zweiminütige Behandlung mit über 70 °C heißem Wasser verringern.
Leben Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr, etwa Kranke, Kinder oder Senioren, im Haushalt, sollten Küchenschwämme tendenziell häufiger ausgetauscht werden. Als Alternativen nennt das BfR Bürsten oder Mikrofasertücher – beide haben Studien zufolge geringere Keimzahlen. Sie trocknen schneller und können zudem in der Spül- oder Waschmaschine gereinigt werden – dann bei 60 °C.