PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

COPD
-
Richtig essen – besser atmen

Bei der Bewältigung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) denkt man vielleicht erst einmal nicht an die Ernährung. Doch die richtige Speiseauswahl kann den oft mangelernährten Patienten in vielerlei Hinsicht helfen.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 13.07.2026  16:00 Uhr

Als COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) werden chronische Lungenerkrankungen bezeichnet, die mit einer dauerhaften Verengung der Atemwege und strukturellen Lungenschäden einhergehen, meist aufgrund einer chronischen Bronchitis bei Rauchern. Die Patienten bekommen im fortgeschrittenen Stadium nur schwer Luft und geraten schon bei leichten Alltagstätigkeiten außer Atem. Eine COPD kann mit einem Lungenemphysem begleitet sein, bei der die Bronchiolen zerstört werden und große Hohlräume entstehen. Dadurch kommt es zu einer unheilbare Überblähung der Lunge. Dauerhafte Atemnot, Untergewicht und eine Mangelernährung sind typische Begleiterscheinungen.

Auch wenn der Einfluss der Ernährung auf die Erkrankung nicht auf den ersten Blick logisch erscheint, wie etwa bei Typ-2-Diabetes, so gilt eine begleitende Ernährungstherapie auch bei COPD als wichtiger Baustein der Behandlung. Denn einerseits wird der Ernährungszustand von der COPD beeinflusst, andererseits kann die Ernährung auch den Zustand des COPD-Patienten verändern.

Gewicht im Blick

Etwa ein Viertel aller COPD-Patienten ist untergewichtig (BMI unter 18,5 kg/m²) beziehungsweise mangelernährt, das heißt, sie nehmen zu wenig Kalorien, Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente auf. Die Rede ist von einer pulmonalen Kachexie. Das betrifft vor allem Patienten mit Lungenemphysem. Sie sind mager, haben starke Atemnot. Durch die anstrengende Atmung kann das Gesicht rosig erscheinen. 

Aufgrund der geschädigten Lungenbläschen ist bei den Betroffenen der Sauerstoffpartialdruck im Blut vermindert. Betroffene atmen ineffizient und müssen eine erhöhte Atemarbeit leisten, sodass die Atemmuskulatur mehr Energie verbraucht. Hinzu kommt, dass manche der eingesetzten Medikamente wie β2-Sympathomimetika oder Theophyllin sowie wiederholte Infekte den Grundumsatz steigern. Der Ruheenergieumsatz kann bei COPD-Patienten deshalb erhöht sein. 

Doch auch Übergewicht wirkt sich negativ auf den Krankheitsverlauf aus. Davon sind vor allem Patienten betroffen, bei denen die Lungenobstruktion im Vordergrund steht. Sie haben zunächst zwar kaum Atemnot, sind jedoch zyanotisch, das heißt, ihre Lippen und Nägel sind wegen des Sauerstoffmangels bläulich verfärbt. Auch bei ihnen kann trotz des Übergewichts ein Nährstoffmangel bestehen. Er beeinträchtigt die Abwehrkräfte der Lunge mit der Folge, dass die Makrophagen in den Alveolen weniger aktiv sind und das Risiko für Infektionen steigt.

Da sich die Patienten aufgrund der Atemnot und des Sauerstoffmangels weniger bewegen, geht zudem Muskelmasse verloren, was auch die Atemmuskulatur wie das Zwerchfell betrifft. Die Leistungsfähigkeit wird dadurch weiter eingeschränkt. Bewegungsmangel, Untergewicht sowie eine Medikation mit Cortison können dazu beitragen, dass sich eine Osteoporose entwickelt.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa