| Isabel Weinert |
| 01.07.2026 14:00 Uhr |
Wenn die Freude durch die Diagnose »Schwangerschaftsdiabetes« getrübt wird, kommen gleichzeitig bei einigen Frauen Schuldgefühle auf. / © Adobe Stock/pressmaster
Auf einer Presseveranstaltung des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) sprach Dr. Judith Scholler-Sachs, MSc Diabeteswissenschaften, Diabetesberaterin DDG, Hebamme und Adiposiologin, Hückelhoven, aus Erfahrung, als sie schilderte, dass sich Frauen nach der Diagnose »Gestationsdiabetes« oft große Vorwürfe machen und die Schuld für die Erkrankung bei sich selbst suchen. Doch diese Diabetesform, die nach der Entbindung in aller Regel wieder verschwindet, sei in vielen Fällen hormonell mit bedingt und kein persönliches Versagen.
Weil von Gestationsdiabetes betroffene Frauen aber lebenslang ein erhöhtes Risiko für den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes tragen, sei es sehr wichtig, dass es flächendeckend Präventionsangebote gebe, und zwar möglichst konkret und personalisiert. Eines dieser Angebote ist der den Frauen empfohlene orale Glucosetoleranztest (oGTT) sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt. Leider nehmen ihn nur 40 Prozent der Frauen wahr. Der Rat: Auch wenn der Alltag mit Baby auf neue Weise herausfordert, hilft es den Frauen mit Gestationsdiabetes am besten, wenn sie die Nachsorge nach der Entbindung fest einplanen. Der VBDB rät Frauen mit Diabetes außerdem dazu, Veränderungen im Körper nicht einfach wegzuwischen, sondern die Symptome bei Fachkräften anzusprechen.