Bei der Neigung zu Gallensteinen gibt es nicht viel zu überlegen: Eine ballaststoff- und gemüsereiche Ernährung kann der Entstehung von Gallensludge entgegenwirken. / © Getty Images/millann/Milan Ilic
Die Gallenblase liegt im rechten Oberbauch. Ihre Aufgabe ist es, zwischen den Mahlzeiten eingedickten Gallensaft zu speichern, der rund um die Uhr in der benachbarten Leber produziert wird.
Sobald beim Essen Fett verdaut werden muss, zieht sich die Gallenblase zusammen, an der Mündung des Gallenganges zum Zwölffingerdarm öffnet sich ein Schließmuskel und der Gallensaft wird in den Zwölffingerdarm abgegeben. Dort emulgiert er Nahrungsfette und ermöglicht sowohl Fettverdauung als auch Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
Die Gallenflüssigkeit setzt sich aus Wasser, Cholesterin, Phospholipiden, Gallensäure und Bilirubin zusammen. Kommt deren Verhältnis aus dem Gleichgewicht, können sich Kristalle ablagern, vor allem dann, wenn Gallensaft länger in der Gallenblase steht oder diese in ihrer Kontraktionsfähigkeit eingeschränkt ist und sich nicht mehr vollständig entleert.
Aus Kristallablagerungen bildet sich zunächst Gallenschlamm (Sludge) und im weiteren Verlauf sandkorn- und linsen- bis zu golfballgroße Steine. Da die Mehrzahl der Betroffenen über viele Jahre beschwerdefrei bleibt, gilt: Abwarten und Beobachten für kleine asymptomatische und zufällig im Ultraschall entdeckte Steine in der Gallenblase. Dort verursachen nämlich meist nur solche größer als drei Zentimeter Probleme.
Dann treten Druckgefühl im rechten Oberbauch, Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit oder Blähungen auf - zumeist nach fetthaltigem Essen, wenn sich die Gallenblase stärker als gewohnt zusammenziehen muss, um mehr Gallensaft freizusetzen. Oder es kommt nach dem Verzehr üppiger Mahlzeiten zu einer Gallenkolik mit heftigsten Schmerzen. Wenn ein Stein den Gallenfluss behindert, arbeitet die Muskulatur der Gallenwege dagegen an, um Saft und Stein weiter zu befördern.
Sofern Letzterer den Ausgang der Gallenblase vollständig versperrt, führt der Rückstau zu einer akuten Gallenblasenentzündung; die Gallenblase droht zu platzen. Unbehandelt kann es zur Sepsis kommen. Zudem erhöhen unbemerkte Steine dieser Größenordnung das Risiko einer Tumorentwicklung in der Gallenblase. Gallenblasensteine, die nur einige Millimeter messen, können hingegen auf natürlichem Wege in den Hauptgallengang wandern und im besten Falle mit dem Stuhl ausgeschieden werden.
Fast immer behandlungsbedürftig aber ist es, wenn sich Steine in die Gänge verirren, dort weiter vergrößern und eingeklemmt werden. Neben starken Bauchschmerzen, Fieber und Schüttelfrost kann es durch solche Gallengangssteine etwa zu einem Gallenstau kommen mit Leberentzündung und Symptomen wie Gelbfärbung von Haut und Augen oder Juckreiz.
Und wird die gemeinsame Einmündung von Galle und Bauchspeicheldrüse vom Stein blockiert, besteht die Gefahr einer Pankreatitis mit gürtelförmigen Schmerzen im gesamten Oberbauch und Rücken.