Bei einer Alkoholsucht ist es wichtig, dass Betroffene ihre Erkrankung erkennen und sich professionelle Unterstützung holen. / © Getty Images/Basak Gurbuz Derman
Wichtig ist, die Abhängigkeit anzuerkennen, um einen Weg aus der Sucht herauszufinden. »Der erste Schritt ist, sich einzugestehen, dass man süchtig ist«, sagt Bajram Vuthaj, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Chefarzt an der Median Rhein-Haardt-Klinik in Bad Dürkheim.
Es gibt eine klare Definition, wann eine Alkoholabhängigkeit vorliegt – mindestens drei der folgenden sechs Kriterien müssen in den letzten zwölf Monaten erfüllt sein:
Man muss also weder harten Alkohol noch jeden Tag trinken, damit eine Alkoholsucht vorliegt. Entscheidend ist, welche Auswirkungen der Konsum auf den Körper und auf das Leben hat.
Eine Sucht zu überwinden, sei keine Frage der Disziplin, so Bajram Vuthaj. Vielmehr erfordert dies professionelle Hilfe. Psychosomatische Fachkliniken bieten ihm zufolge spezialisierte Programme an, die Betroffenen helfen, die Ursachen hinter der Sucht zu verstehen und neue Bewältigungsstrategien zu finden.
In der Regel übernehmen Rentenversicherungsträger oder Krankenkassen die Kosten für eine solche Therapie – der Arbeitsplatz bleibt dem Facharzt zufolge währenddessen gesetzlich geschützt.
Zudem können Gespräche in Selbsthilfegruppen helfen. Die Teilnehme ist kostenlos, schreibt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen auf ihrer Website zur Präventionskampagne Aktionswoche Alkohol. Der Fokus kann auf unterschiedlichen Zielgruppen liegen – etwa auf Angehörigen, Betroffenen, Jugendlichen oder nur auf Frauen oder Männern – und so auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen.
Adressen in der Nähe findet man bei den Sucht-Selbsthilfeverbänden – hier eine kleine Auswahl: