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Nutzen und Grenzen
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KI bei psychischen Problemen – eine Hilfe?

Fehlende Therapieplätze, lange Wartezeiten und die Frage: Passt es menschlich überhaupt? Wer psychologische Hilfe sucht, ist in Deutschland häufig mit Hürden konfrontiert. Da wirken Chatbots wie Gemini, Claude oder ChatGPT für manche wie ein verständnisvoller Zuhörer für die Hosentasche.
AutorKontaktdpa
Datum 24.06.2026  14:00 Uhr

Studien zeigen, dass viele, insbesondere jüngere Menschen KI mittlerweile als Gesprächspartner sehen, Rat bei ihr suchen, mit ihr über Probleme oder sogar psychischen Erkrankungen sprechen. Doch wie hilfreich sind KI-Tools bei psychischen Problemen wirklich? Wo liegen ihre Grenzen und Risiken? Fragen und Antworten.

Warum wenden Menschen sich bei psychischen Beschwerden an eine KI?

Wer einen Therapieplatz sucht, muss in Deutschland durchschnittlich 20 Wochen warten, sagt Christiane Eichenberg, Leiterin des Instituts für Psychosomatik an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. Die Psychologin und Autorin des Buches »Künstliche Intelligenz und Psychotherapie« weiß aber auch, dass die Versorgungslücke längst nicht der alleinige Grund für die Beliebtheit von Chatbots ist. »Sie stehen rund um die Uhr zur Verfügung und sind vorurteilsfrei. Wir können mit ihnen kommunizieren, ohne Angst vor Bewertungen und Stigmata haben zu müssen.«

Außerdem erleichtere das Gespräch mit einer Maschine vielen Leuten die Selbstöffnung. »Man hat weniger das Gefühl, gut dastehen zu müssen und kann Gefühle wie Traurigkeit intensiver ausdrücken«, so Eichenberg.

Wie unterscheiden sich allgemeine Chatbots und Mental-Health-Anwendungen?

Manche wenden sich mit ihrem Alltagsstress, Gefühlen oder Ängsten an allgemeine Chatbots. Es gibt aber auch KI-basierte Chatbots und Anwendungen, die speziell mit Fokus auf die mentale Gesundheit entwickelt wurden und die Nutzerinnen und Nutzern etwa gezielt dabei helfen sollen, ihre Emotionen zu reflektieren, Ängste zu überwinden oder Stress zu bewältigen.

Im Gegensatz zu allgemeinen Chatbots sind KI-basierte Mental-Health-Programme häufig wissenschaftlich evaluiert und arbeiten auf Basis eines klinisch validierten Behandlungsprotokolls. Das gilt insbesondere für sogenannte Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA).

Die Programme bieten etwa Mini-Therapien an, stellen konkrete Trainingsaufgaben oder führen regelmäßige Stimmungsabfragen durch. »Die Effekte sind laut Studienlage vergleichbar mit denen einer Psychotherapie, wenn die Systeme vier bis acht Wochen genutzt wurden«, sagt Eichenberg. Wie stabil und nachhaltig diese Effekte sind, sei jedoch unklar.

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