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Bundestag bespricht ApoVWG
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Kommt die Honorarerhöhung per Verordnung?

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wurde heute in erster Lesung im Bundestag besprochen. Bundesgesundheitsministerin Nin Warken (CDU) kündigte an, dass die Honorarerhöhung im Zuge einer Verordnung im Frühjahr kommen werde.
AutorKontaktPZ
Datum 27.02.2026  16:30 Uhr
Warken betont Fokus auf den ländlichen Raum

Warken betont Fokus auf den ländlichen Raum

Das Gesetz solle besonders die Apotheken im ländlichen Raum stärken, sagte Warken. Dabei verwies sie auf bürokratische Erleichterungen wie Teilnotdienste, die Gründung von Zweigapotheken und neue Möglichkeiten für einen flexibleren Betrieb.

»Nullretaxationen aus formalen Gründen werden der Vergangenheit angehören«, so die Ministerin weiter. Der Austausch von nicht verfügbaren Rabattarzneimitteln werde erleichtert. Die Apotheken sollen zudem mehr Raum erhalten, um die »Kompetenz und ihre Expertise« ihres Personals in die Versorgung einzubringen. Die Aufgaben müssten auf mehr Schultern verteilt werden. Warken nannte mehr Impfungen, Schnelltests und zusätzliche Aufgaben in der Prävention.

Warken verteidigte in diesem Zusammenhang auch ihre Pläne, dass Apotheken künftig in bestimmten Fällen verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Vorlage einer Verordung abgeben dürfen. »Das alles schärft das Profil der Apotheken«, so Warken.

Was sagen Vertreterinnen und Vertreter anderer Parteien?

Kritik kam vor allem aus der Opposition: Die Grünen-Apothekenberichterstatterin Paula Piechotta sagte, sie nehme wahr, dass bei den Apotheken die Schere immer weiter aufgeht: Die großen würden immer größer und reicher, die kleinen immer schwächer. Pauschal das Honorar für alle zu erhöhen, trage jedoch nicht zu einer Apothekenstärkung bei. Dabei sei der Frust der Apothekerverbände verständlich, weil das erhöhte Honorar ihnen versprochen wurde.

Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, hielt dagegen: Viele Apotheken stünden wirtschaftlich unter massivem Druck. »Wenn wir das flächendeckende Netz erhalten wollen, müssen wir daher jetzt handeln.« Das Fixum sei dabei ein zentraler Punkt. »Ich sage klar und unmissverständlich, die SPD steht zu der im Koalitionsvertrag vereinbarten Erhöhung. Zusagen gelten«, so Pantazis. Gleichzeitig müsse man ein tragfähiges Gesamtkonzept zur Stabilisierung der GKV-Finanzen vorlegen. 

Apotheken als Rückgrat der Versorgung stünden unter Druck, so Evelyn Schötz von der Linken. Der Entwurf sei aber »keine Reform für die Menschen vor Ort, sondern für die Pharmalobby«, öffne zudem den Drogerieketten Tür und Tor. Sie verwies auf den Antrag »Apotheken stärken – Arzneimittelversorgung verbessern«, den die Linksfraktion im Januar eingebracht hatte. Die Abgeordneten fordern darin eine Anhebung des Fixums auf 9,50 Euro sowie eine regelmäßige Anpassung des Honorars.

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