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Metformin und B12-Mangel
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Kontrollen viel zu selten

Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes nehmen Metformin ein, um gute Blutzuckerwerte zu bekommen. Das Medikament hat darüber hinaus weitere positive Wirkungen auf den Organismus. Eine negative ist der durch Metformin mögliche Vitamin-B12-Mangel. Eigentlich bekannt, wird trotzdem zu selten danach geschaut, so britische Wissenschaftler.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 11.09.2026  10:00 Uhr

Für die im British Medical Journal Open (BMJ) veröffentlichte Studie von Ian Parsonage, School of Health Sciences, University of Bath, Bath, United Kingdom, und Kollegen hatten die Wissenschaftler eine Querschnittsumfrage unter Allgemeinärzten im Südwesten Englands initiiert. Die Mediziner behandelten Menschen mit Typ-2-Diabetes. Von den 124 Ärzten, die antworteten, kannte zwar mit 87 Prozent die Mehrheit den Zusammenhang zwischen einer Metformin-Langzeitanwendung und dem Mangel an Vitamin B12, allerdings maßen lediglich 39 Prozent einmal pro Jahr den Vitamin-B12-Spiegel bei ihren Patienten.

Und das, obwohl die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) des Vereinigten Königreichs 2022 eine Warnung zum B12-Mangel unter Metformin an Ärzte herausgegeben und diese aufgefordert hatte, Menschen mit dem Risiko für einen Mangel zu monitoren. Allerdings fehlten Angaben zur Durchführung und Häufigkeit der B12-Bestimmung.

In Bezug auf diese Quelle hat auch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) 2022 in einer Drug Safety Mail das Problem benannt. In der »Nationalen Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes« wird deshalb darauf hingewiesen, dass es nötig sein kann, den Vitamin-B12-Spiegel regelmäßig zu überwachen.

Inwieweit das in Deutschland geschieht, ist nicht untersucht. Die britische Studie, weitere Daten aus Europa und Analysen deutscher Fachgesellschaften weisen jedoch darauf hin, dass es damit womöglich auch anderswo Probleme geben könnte.

Die Autoren der Studie nennen als Gründe zum einen den schleichenden Prozess hin zu einem klinisch manifesten B12-Mangel. Es fällt also lange Zeit überhaupt nicht auf, wenn der Mensch immer weniger B12 im Körper hat. Und auch die Mangelsymptome sind derart, dass sie genauso gut vom Diabetes selbst oder von höherem Lebensalter herrühren könnten. Zum anderen fehle eine klare und brauchbare Anleitung für Ärzte. Deren Problembewusstsein sei also nicht etwa zu gering, sondern es fehle an der Anweisung dazu, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Für PTA hierzulande kann das ein Wink sein, bei Menschen, die schon lange Metformin einnehmen, immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Vitamin-B12-Spiegel getestet werden muss.

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