| Isabel Weinert |
| 10.09.2026 16:00 Uhr |
Wer auf Nahrungsergänzungsmittel setzt, um körperliche Symptome loszuwerden, verdeckt damit womöglich eine schwere Krankheit. / © Adobe Stock/Kunstzeug
Mit Symptomen warnt der Körper, dass etwas nicht stimmt. Dazu gehören anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung. Wer dagegen ohne ärztliche Abklärung hoch dosiert Eisen, Vitamin B12 oder Mittel mit Koffein einnimmt, fühlt sich womöglich besser – zumindest für einige Zeit. Dann maskieren die NEM aber eine möglicherweise hinter den Symptomen steckende schwere Krankheit, wie etwa eine Krebserkrankung, eine Herzschwäche oder eine Autoimmunerkrankung. Auch wer immer wieder pflanzliche Mittel oder nicht verschreibungspflichtige Medikamente gegen chronische Magen-Darm-Beschwerden einsetzt, übergeht die Warnfunktion des Körpers und damit womöglich ein Magengeschwür oder einen Tumor.
Wer auf B-Vitamine setzt, riskiert, dass hierbei vor allem Biotin gängige Labortests stört. Dann zeigen Untersuchungen womöglich kein erhöhtes Troponin an – ein wichtiger Hinweis auf einen Herzinfarkt. Oder die Blutwerte sprechen für eine Schilddrüsenüberfunktion, allerdings hat nur das Vitamin das Ergebnis verfälscht. Auch Vitamin C in hohen Dosen kann Ergebnisse beeinflussen, etwa den Test im Stuhl auf verstecktes Blut. Der Test bleibt dann negativ, obwohl Blut vorhanden ist. Hinzu kommt das Gefühl der Sicherheit, weil man mit einem NEM ja gut für sich sorgt und der Arztbesuch dann nicht mehr so wichtig zu sein scheint.
Aus den genannten Gründen ist es wichtig, Menschen darauf hinzuweisen, dass sie erst einen Arzt aufsuchen sollen, wenn sie NEM einnehmen wollen, um gegen körperliche Allgemeinsymptome anzugehen. Anderenfalls kann eine schwere Krankheit fortschreiten, wenn NEM erst einmal eine Zeit lang dafür sorgen, dass die Warnungen des Körpers abflauen.