| Katja Egermeier |
| 28.05.2026 09:00 Uhr |
Wird mehr Magnesium aufgenommen, als der Körper benötigt, können unerwünschte Nebenwirkungen auftreten – allen voran Durchfall. Das sei etwa der Fall, wenn Narungsergänzungsmittel eingenommen werden, obwohl kein Mangel oder erhöhter Bedarf besteht – oder die Zufuhr bei bestehendem Bedarf zu hoch ist, so die Apothekerkammer. Über die normale Ernährung ist das Risiko einer Überdosierung dagegen gering, da der Magnesiumgehalt in Lebensmitteln in der Regel niedriger ist.
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift »Öko-Test« (06/2026) wurden 28 zurzeit erhältliche Magnesiumpräparate untersucht. Laut der Tester war jedes zweite Produkt davon überdosiert und lag über der vom BfR empfohlenen Tageshöchstdosis von 250 mg. Einigen Präparate seien zudem unerwünschte Stoffe zugesetzt gewesen, wie etwa synthetisch hergestellte Süßstoffe, Verdichtungsmittel und Emulgatoren. Aus diesen Gründen hat Öko-Test von einer Vergabe von Testnoten abgesehen und sämtliche Produkte als »unnötig« eingestuft. Gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, brauchen auch aus Sicht der Öko-Tester keine Magnesium-Präparate.
Darüber hinaus kann ein Zuviel an Magnesium die Aufnahme anderer Mineralstoffe beeinträchtigen, wie die von Eisen, Zink oder Calcium. Auch bei der gleichzeitigen Einnahme einiger Medikamente sei Vorsicht geboten: So sollte zu bestimmten Antibiotika ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Stunden eingehalten werden, da Magnesium deren Aufnahme im Körper verringern kann.
»Personen mit Herz- oder Nierenerkrankungen, die beispielsweise Diuretika, Herzglycoside, Calciumkanalblocker oder Antiarrhythmika einnehmen, sollten eine zusätzliche Magnesiumzufuhr stets mit der Apotheke vor Ort abklären.« Eine Überdosierung könne in diesen Fällen zu Muskelschwäche, Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen führen und potenziell lebensbedrohlich sein.
Zudem ist der Apothekerkammer zufolge bei bestimmten Therapien die regelmäßige Kontrolle der Blutelektrolyte wichtig. Ein unregelmäßiger oder unkontrollierter Magnesiumkonsum könne die Beurteilung entsprechender Laborwerte erheblich erschweren.