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Wirksame Hilfe bei Venenleiden

Die Temperaturen steigen – und mit ihnen nimmt bei vielen Patienten auch der Umfang der Knöchel zu. Venenprobleme sind jedoch nicht nur ein Sommerthema und erfordern eine konsequente evidenzbasierte Behandlung.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 09.07.2026  12:00 Uhr

Chronisch venöse Insuffizienz

  • Rückfluss von venösem Blut in den Beinvenen
  • durch geschwächte Venenwände und insuffiziente Venenklappen
  • erhöhter Venendruck, vor allem beim längeren Stehen oder Sitzen, was wiederum zur weiteren
  • Verschlechterung der venösen Funktion führt

Ursachen

  • erblich bedingte Bindegewebsschwäche
  • hormonelle Veränderungen (etwa eine Schwangerschaft)
  • fortgeschrittenes Lebensalter
  • weibliches Geschlecht
  • Rauchen, Übergewicht sowie überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeit können das Fortschreiten begünstigen

Symptome

  • schwere, müde Beine
  • Spannungsgefühle, Juckreiz
  • Ödeme, vor allem im Knöchelbereich
  • nächtliche Wadenkrämpfe
  • Zunahme der Beschwerden im Tagesverlauf
  • Besserung durch Hochlagern der Beine
  • zunächst kleine Besenreiser, später sicht- und tastbare Krampfadern

Fortgeschrittene Insuffizienz

  • Verhärtung der Haut durch Gewebeschäden
  • glänzende Hautoberfläche
  • bräunliche Verfärbung der Haut durch Eisenpigmente
  • Stauungsekzem
  • Ulcus cruris venosum: schlecht heilendes Geschwür am Unterschenkel oder Knöchel

MKS – medizinische Kompressionsstrümpfe

  • Basistherapie bei chronisch venöser Insuffizienz laut Leitlinie
  • verbessern Blutfluss, fördern venösen Rücktransport und reduzieren Ödeme und Symptome
  • konsequentes tägliches Tragen entscheidend für den Therapieerfolg
  • Auswahl der Kompressionsklasse abhängig vom Befund
  • je nach Bedarf MKS nach Maß oder in Seriengröße
  • Ausmessen der Beine möglichst morgens
  • gesetzliche Kassen erstatten in der Regel zwei Paar pro Jahr
  • Anziehhilfen wie Gleitsocken oder Gummihandschuhe erleichtern Anwendung
  • geeignete Hautpflege zur Vorbeugung von Trockenheit unter den Strümpfen (etwa mit Bauerfeind®-Pflegeschaum, Hautpflegeprodukte von Medi®)
  • Stützstrümpfe sind keine MKS, nur bei leichten Beschwerden von venengesunden Patienten geeignet

Pflanzliche Venenmittel

  • reduzieren die Permeabilität der Gefäßwände
  • wirken entzündungshemmend
  • reduzieren Ödeme sowie subjektive Beschwerden wie Schmerzen, Schwere- und Spannungsgefühl
  • standardisiertes Rotes Weinlaub (z. B. Antistax® extra): 1- bis 2-mal täglich 360 mg
  • Rosskastanienextrakt (z. B. Venostasin® retard): 2-mal täglich 50 mg
  • Oxerutin (z. B. Venoruton® Intens): 2-mal täglich 500 mg
  • evidenzbasierte Wirksamkeit vor allem für orale Präparate belegt; Gele und Cremes werden hingegen meist wegen ihres kühlenden Effekts als angenehm empfunden
  • kontinuierliche Einnahme, Wirkeintritt meist erst nach mehreren (mindestens 2 bis 4) Wochen
  • können eine Kompressionstherapie sinnvoll ergänzen
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