Die zielgerichtete Verabreichung der mRNA in das gewünschte Gewebe stellt die Entwickler vor Herausforderungen. / © Adobe Stock/Matthieu Louis
Während der Covid-19-Pandemie hat sich die mRNA-Technologie innerhalb kürzester Zeit von einer experimentellen Plattform zu einer klinisch etablierten Impfstofftechnologie entwickelt. Doch wie steht es um mRNA-Therapeutika? Denn der ursprüngliche Anspruch der Technologie war, fehlende Proteine zu ersetzen oder beispielsweise im Körper Antikörper produzieren zu lassen. Auch Krebs sollte mithilfe von mRNA-Therapeutika gezielt bekämpft und Fehler in Genomen korrigiert werden. Von diesen Ansprüchen ist die aktuelle Entwicklung weit entfernt. Nach wie vor ist kein einziges Therapeutikum auf Basis der mRNA-Technologie zugelassen.
Professor Dr. Kenneth Chien, einer der Gründer des Unternehmens Moderna, bringt es in einem Interview mit der Biotech-Plattform STAT+ auf den Punkt: »Die Covid-Impfstoffe waren zwar sehr innovativ, aber mRNA-basierte Therapeutika haben noch keinen eigenen bleibenden Abdruck im Biotech-Universum hinterlassen.« Den Grund dafür fasst Chien mit zwei Worten zusammen: »Delivery« und »Targeting«, also die zielgerichtete Verabreichung der mRNA in das gewünschte Gewebe.
Tiefere Einblicke in die Probleme bei der Entwicklung von mRNA-Therapeutika geben die Professoren Dr. Theo Dingermann und Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz in der neuen Folge des Podcasts »PZ Nachgefragt«. Jetzt reinhören und abonnieren!