Die Bänder beziehungsweise die Werbeversprechen dazu können Expertinnen zufolge unrealistische Erwartungen wecken. / © Adobe Stock/kei907
Gesichtsformungsbänder umschließen die Konturen des Gesichtes. Die Kopfbandagen werden oft mit einem Klettverschluss oder Klebestreifen befestigt. In der Regel sind sie mehrfach verwendbar. Bekannt geworden sind solche Bänder unter anderem durch Stars wie Kim Kardashian. Die Bänder kann man Zuhause etwa beim Fernsehen oder Bügeln tragen. Bei den meisten Produkten wird empfohlen, sie zwischen einer halben und maximal einer Stunde zu tragen.
Doch wie sinnvoll sind diese Beauty-Produkte wirklich? Zwei Dermatologinnen geben eine Einschätzung dazu.
»Gesichtsformungsbänder können die Haut und das darunterliegende Gewebe vorübergehend komprimieren«, erklärt Uta Schlossberger, Fachärztin für Dermatologie mit einer Praxis in Köln. Direkt nach dem Tragen könne dadurch das Gesicht kurzfristig etwas straffer oder definierter erscheinen. »Eine nachhaltige Straffung der Haut oder eine Reduktion eines Doppelkinns erreichen diese Produkte jedoch nicht«, so Schlossberger.
Meike Schröder, Fachärztin für Dermatologie mit einer Praxis in Berlin, erklärt, warum der Effekt nicht anhält: »Gibt es Wasserablagerungen im Gesicht, kann so ein Gesichtsformungsband diese kurzfristig verschieben. Das kann man sich vorstellen, wie bei einer Schwellung. Wenn man diese eindrückt, wird die Lymphflüssigkeit kurzfristig verschoben und es gibt eine Delle.«
Auch wenn ein Gesichtsformungsband Vorteile verspricht – etwa, dass die Anwendung nicht invasiv sowie vergleichsweise kostengünstig und einfach ist, handelt es sich Schlossberger zufolge nur um einen kurzfristigen optischen Straffungseffekt. Die Bänder beziehungsweise die Werbeversprechen dazu könnten also unrealistische Erwartungen wecken. »Wissenschaftliche Belege dafür, dass Gesichtsformungsbänder langfristig etwas bringen, gibt es bislang nicht«, sagt Meike Schröder.
Bei empfindlicher Haut könnten die Bänder Schlossberger zufolge sogar Druckstellen oder Reizungen und damit Ekzeme verursachen. Auch Kontaktallergien seien möglich.