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Chikungunya-, Dengue- und West-Nil-Viren
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Mückenschutz so selbstverständlich  wie Sonnenschutz

Chikungunya-, Dengue- und West-Nil-Viren: Die einst tropischen Viren sindinzwischen auch bei Mittelmeerreisen etwa in Frankreich oder Italien anzutreffen. Ein Experte mahnt zur sorgfältigen Repellenzien-Nutzung – auch nach der Rückkehr in heimische Gefilde.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.06.2026  08:00 Uhr

Invasive Stechmückenarten, die als Überträger von Chikungunya-, Dengue- und West-Nil-Viren dienen, breiten sich immer weiter Richtung Norden aus – allen voran die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) – und sind nun auch in Italien und Frankreich anzutreffen.

»Auffällig war im vergangenen Sommer 2025 ein erster Chikungunya-Fall im Elsass. Dieser markiert die bislang nördlichste dokumentierte lokale Übertragung von Chikungunya in Europa«, sagt Professor Dr. Tomas Jelinek, Tropenmediziner und Präsident der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin, in einer Pressemitteilung der Organisation.

Nach Angaben der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC ist Aedes albopictus inzwischen in 16 europäischen Ländern und 369 Regionen heimisch – vor einem Jahrzehnt waren es nur 114 Regionen. Das spiegelt sich auch in den Fallzahlen wider: 2025 meldete das ECDC Rekordzahlen von Chikungunya-Fällen in Frankreich (788 Fälle) und Italien (384 Fälle). Beim West-Nil-Virus verzeichnete das ECDC die vierthöchste jährliche Zahl von Infektionen seit Beginn der Überwachung im Jahr 2008.

»Sorgfältiger Mückenschutz als Gesundheitsvorsorge muss vor allem bei Mittelmeerreisen so selbstverständlich werden wie die Verwendung von Sonnencreme zur Vorbeugung von Hautkrebs«, so der Tropenmediziner.

Wichtig für die Beratung: Reisende sollten sich auch nach der Rückkehr weiter schützen – mindestens 14 Tage lang, wenn sie aus Regionen mit mückenübertragenen Infektionen kommen. Denn Aedes-Mücken kommen bereits in Teilen Deutschlands vor, übertragen hier aber bislang keine Krankheiten. »Nimmt eine Mücke bei einem infizierten Reiserückkehrer das Virus auf, kann es auch innerhalb Deutschlands zu Übertragungen kommen.«

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