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»Solidarität ist keine Einbahnstraße«
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Reaktion des BVpta zu den Tarifverhandlungen in Nordrhein

Man habe den Kampf der Apothekerschaft um bessere wirtschaftliche Bedingungen unterstützt, heißt es in dem Statement des BVpta zu den Tarifverhandlungen in Nordrhein. Die Erwartung sei kein großes Lohnversprechen gewesen, aber ein klares Signal an die Beschäftigten. Und das lautet: PTA dürfen tariflich nicht immer näher an den Mindestlohn heranrücken.
Datum 13.10.2026  10:00 Uhr
Reaktion des BVpta zu den Tarifverhandlungen in Nordrhein

Zum Hintergrund: Der Gehaltstarifvertrag für die Apothekenbeschäftigten in Nordrhein ist zum 30. Juni 2026 ausgelaufen. Die Tarifverhandlungen sind bislang jedoch ohne Abschluss geblieben. Stattdessen hat die Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter Nordrhein (TGL) eine Empfehlung abgegeben:

  • PKA: 200 Euro mehr
  • PTA, Approbierte, Pharmazieingenieurinnen und -ingenieure sowie Apothekenassistentinnen und -assistenten: jeweils 120 Euro mehr
  • Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten: 100 bis 150 Euro mehr

Die Apothekengewerkschaft ADEXA lehnte das verwundert ab und wies darauf hin, dass bis zu einer neuen Vereinbarung die bisherigen Gehälter weiter gelten.

Was ist qualifizierte pharmazeutische Arbeit wert?

Anja Zierath, Bundesvorsitzende des BVpta, sagt dazu: »Als BVpta verfolgen wir diese Entwicklung mit großer Sorge. Denn hinter der Diskussion über 120 oder 200 Euro steht eine grundsätzliche Frage: Was ist uns qualifizierte pharmazeutische Arbeit wert?«

Eine PTA im ersten und zweiten Berufsjahr erhalte in Nordrhein derzeit 2590 Euro brutto bei einer 40-Stunden-Woche – das entspricht knapp 15 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro. Ohne eine entsprechende tarifliche Entwicklung läge eine ausgebildete PTA damit nur noch rund 37 Cent pro Stunde über dem Mindestlohn.

»Diese Entwicklung sollte der gesamten Apothekerschaft zu denken geben.«
Anja Zierath, PTA, PKA und Bundesvorsitzende des BVpta

Man wolle keine Berufsgruppen gegeneinander ausspielen, betont Zierath ausdrücklich. PKA seien in Apotheken unverzichtbar und verdienten eine angemessene Vergütung. Ein gutes Gehaltsgefüge müsse jedoch unterschiedliche Qualifikationen, Tätigkeitsprofile und Verantwortungen erkennbar abbilden. »Ich selbst bin ausgebildete PKA und PTA und kenne den Wert beider Berufe sehr genau.«

Problematische Entwicklung

Doch genau hier sieht der BVpta eine kritische Entwicklung, denn 2025 betrug der tarifliche Abstand zwischen PTA und PKA in der ersten Gehaltsstufe in Nordrhein 238 Euro. Seit Januar 2026 sind es 185 Euro, und nach dem aktuellen Vorschlag der TGL wären es nur noch 100 Euro. »Die Frage ist deshalb nicht, ob PKA zu viel verdienen. Die Frage ist, ob PTA ihrer Qualifikation und Verantwortung entsprechend bezahlt werden«, so Zierath.

Im übrigen ADA-Tarifgebiet liegt das Einstiegsgehalt für PTA im Jahr 2026 bei 2646 Euro – bei einer tariflichen Wochenarbeitszeit von 39 statt 40 Stunden. Somit liege Nordrhein sowohl beim Gehalt als auch bei der Arbeitszeit zurück.

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