| Isabel Weinert |
| 29.04.2026 10:00 Uhr |
Zweimal pro Woche mindestens sollten Frauen mit Brustkrebs ihre Kraft trainieren. / © Getty Images/Aja Koska
Wer an Brustkrebs leidet und deshalb durch die Therapie muss, profitiert laut Autoren der Leitlinie davon, wenn so rasch wie möglich nach Diagnosestellung die normalen Alltagsaktivitäten aufgenommen werden. Das schreibt die »Ärzte Zeitung«. Denn es gilt, Inaktivität zu vermeiden und sich im Gegenteil langfristig regelmäßig zu bewegen. Das gilt auch für Frauen mit Übergewicht, denen es womöglich mit Bewegung leichter fällt, überschüssige Pfunde abzubauen, die wiederum das Rezidivrisiko erhöhen.
Die Nachsorge solle sich nicht darauf beschränken, Frauen auf mögliche Rezidive hin zu untersuchen, sondern darüber hinaus dazu beitragen, dass die Betroffenen dauerhaft einen gesunden Lebensstil etablieren. Denn regelmäßige körperliche Aktivität erhöht die Chance auf Überleben und steigert deutlich die Lebensqualität. Die häufige Fatigue als Folge der Brustkrebs-Therapie lässt sich damit nachweislich mindern.
Wie hoch soll die Sportdosis sein? Hier empfiehlt die Leitlinie mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche. Dazukommen soll Krafttraining wenigstens an zwei Tagen pro Woche. Das gilt mittlerweile sogar für jene Frauen, die nach Operation ein Lymphödem entwickelt haben und denen lange Zeit geraten wurde, die betroffene Seite zu schonen. Studiendaten zeigen jedoch, dass auch bei diesen Patientinnen Krafttraining, angeleitet und mit einer langsamen Steigerung der Anforderung, sicher und wirksam ist. Zu einem Lebensstil, der das Rezidivrisiko möglichst senkt, gehören außerdem Rauch- und möglichst auch Alkoholverzicht. In der Nachsorge sollen Frauen dazu beraten werden.