| Katja Egermeier |
| 27.04.2026 16:00 Uhr |
Die Zunge fühlt sich komisch an? Dann kann eine Glossodynie – Zungenbrennen – dahinterstecken. Auslöser dafür kann vieles sein. / © Getty Images/privetik
Neben der Zunge, bei der sich die Beschwerden vorwiegend an der Spitze und an den Rändern äußern, können auch die Mundschleimhaut, der Gaumen, die Wangen oder die Lippen betroffen sein. Weitere Symptome sind Juckreiz, stechende Schmerzen oder Wundheitsgefühle sowie häufig ein sehr trockener Mund und ein pelziges Gefühl. Auch Mundgeruch und ein verändertes Geschmacksempfinden sind möglich – von verstärkter oder eingeschränkter Wahrnehmung bis hin zu einem metallisch-bitteren Geschmack.
Die Intensität der Missempfindungen verändert sich im Tagesverlauf: Während sie morgens oft kaum spürbar sind, nehmen sie im Laufe des Tages zu und werden abends besonders unangenehm. Äußerlich lassen sich mitunter einzelne entzündete Papillen auf der Zunge als kleine weiße Noppen erkennen, die jedoch nicht die Ursache des Zungenbrennens sind. Bei Allergien können zudem leuchtend rote Schwellungen auf Zunge oder Schleimhäuten auftreten.
In vielen Fällen handelt es sich um ein primäres Zungenbrennen, das bei etwa einem Drittel der Betroffenen spontan wieder verschwindet. Mögliche Auslöser sind:
Zungenbrennen kann jedoch auch infolge einer Grunderkrankung auftreten, etwa beim Sjögren-Syndrom, der Multiplen Sklerose oder einer Fibromyalgie. Auch psychische Ursachen wie Depressionen oder Schizophrenie kommen infrage. Zudem tritt das Missempfinden auf der Zunge mitunter bei Diabetes mellitus, Gicht, Colitis ulcerosa oder Schilddrüsenerkrankungen auf. Ebenso kann es im Zusammenhang mit Infektionen, etwa der Leber oder Galle, mit Mukoviszidose, HIV oder bestimmten Krebsformen stehen.