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So geht Blutdruck messen richtig

Blutdruck messen mit einem automatischen Messgerät? Ist doch easy! Von wegen. Es gibt einige Fallstricke zu beachten. Seit Einführung der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) wird diese Tätigkeit in der Apotheke in bestimmen Fällen vergütet. Ein Fakten-Check.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 14.01.2025  08:00 Uhr

Welche Geräte sind geeignet?

  • validierte Blutdruckmessgeräte für Oberarm oder Handgelenk, zum Beispiel mit Gütesiegel der Deutschen Hochdruck-Liga oder einem anderen, international anerkannten Validierungsprotokoll (zum Beispiel AAMI, BIHS, ESH)
  • meist oszillometrisches Messprinzip
  • Messung am Oberarm von Vorteil, gegebenenfalls mit vollautomatischer Dreifachmessung
  • optimal zusätzlich ein Stethoskop-Messgerät
  • Die verwendeten Geräte in der Apotheke müssen alle zwei Jahre einer messtechnischen Kontrolle unterzogen werden.

Gibt es Einschränkungen?

Bei Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, bei Herzschrittmachern, arteriosklerotischen Gefäßveränderungen sowie einer fortgeschrittenen Schwangerschaft sind Messgeräte mit oszillometrischem Messprinzip fehlerbehaftet und nicht geeignet. Hier ist eine Blutdruckmessung nach Riva-Rocci mit dem Stethoskop möglich.

Wie wird die Manschette richtig angelegt?

  • Oberarm-Messgerät: unterer Rand der Manschette circa drei Zentimeter (zwei Querfinger) oberhalb des Ellenbogens (Manschette auf Herzhöhe), der Luftschlauch sollte auf der Innenseite des Arms Richtung Mittelfinger verlaufen.
  • Handgelenk: Messarm muss so angewinkelt sein, dass sich das Messgerät auf Herzhöhe befindet. Der Messarm wird vor dem Patienten auf dem Tisch abgelegt.

Richtiges Messen in Kürze

  • vor der Messung fünf Minuten ruhig sitzen
  • die richtige Manschettengröße wählen
  • Messarm nicht durch zurückgeschobene Kleidung oder Schmuckstücke abschnüren
  • Manschette muss sich auf Herzhöhe befinden
  • aufrechte Sitzhaltung, unterstützter Rücken
  • Messung am Oberarm:  Messarm auf einem Tisch abgelegt 
  • Messung am Handgelenk: angewinkelter Arm, sodass Manschette und Handgelenk auf Herzhöhe sind
  • Beine nicht überschlagen
  • beim Messen nicht bewegen oder reden
  • drei Messungen im Abstand von je ein bis zwei Minuten
  • Mittelwert aus der zweiten und dritten Messung nehmen
  • Werte mit Datum und Uhrzeit dokumentieren

Oberarm- versus Handgelenksmessung

Die Ergebnisse sind bei Messungen am Handgelenk genauso zuverlässig wie am Oberarm. Mit dem Alter können sich jedoch Blutgefäße durch Ablagerungen verengen oder durch Arteriosklerose verhärten. Dies betrifft besonders die Arterien im Handgelenk, die weiter vom Herzen entfernt sind, was eine genaue Messung erschwert. Daher sollten ältere Menschen und Raucher ihre Blutdruckmessung am Oberarm durchführen.

Auch für Patienten mit Diabetes sind Oberarmmessgeräte besser geeignet, da ihre Arterien möglicherweise verkalkt oder porös sind.

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