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Mitesser, Pusteln, Knötchen
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So geht moderne Akne-Therapie

Die hormonellen Veränderungen während der Pubertät sorgen nicht nur für eine instabile Gemütslage, sondern bringen oft auch die Haut zum Blühen. Dann bedarf es einer rechtzeitigen Intervention. Inwiefern sich die Akne-Therapie in den vergangenen Jahren verändert hat, erklärt Dermatologie-Professorin Dr. Christiane Bayerl aus Wiesbaden. 
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.06.2023  15:00 Uhr

Vier pathogene Faktoren

Jugendliche neigten dazu, eine Art Nicht-Therapie zu betreiben beziehungsweise die Hautreinigung eher lax zu handhaben. »Umfragen zeigen immer wieder, dass 80 Prozent der Jugendlichen, wenn sie nachts nach dem Ausgehen nach Hause kommen, ungewaschen ins Bett fallen. Zwar wird Akne nicht durch mangelnde Hygiene verursacht, doch fehlende Reinigung potenziert das entzündliche Geschehen in der Haut. Und wenn dann der Tagesschmutz und das Make-up des Nachts noch auf der Haut sitzen, ist das für die Klärung des Hautbilds nicht besonders förderlich.«

Die Ätiologie der ungeliebten Hauteffloreszenzen ist nicht mit Sicherheit geklärt. Vier primäre pathogene Faktoren spielen vermutlich bei der Entstehung einer Akne zusammen: Neben einer erhöhten Talgproduktion (Seborrhö) durch die Talgdrüsen kommt es zu Veränderungen im follikulären Keratinisierungsprozess (Hyperkeratose) sowie zu einer überschießenden mikrobiellen Besiedlung des Follikels mit daraus resultierenden Entzündungen.

Übergeordnet liegt eine genetische Disposition zugrunde, die aktivierende Effekte auf die Androgenrezeptoren und Peroxisom-Proliferator-Aktivierten Rezeptoren (PPAR) als Ursachen der Seborrhö, der Veränderungen der Talgzusammensetzung und der Verhornungsstörungen am Talgdrüsenausgang hat. Die Besiedlung des Komedos mit Bakterien, allen voran Cutibacterium acnes – besser bekannt unter seinem früheren Namen Propionibacterium acnes –, führt zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren und Aktivierung proinflammatorischer Zytokine, die das Krankheitsgeschehen weiter anfachen. Für die Dermatologin ist der Verschluss am Vestibulum der Talgdrüse der wesentliche Faktor, weshalb sie die Akne als Abflussstörung beschreibt: »Weil die Zellen hyperproliferiert sind und dadurch zusammenquellen, kann der Talg oben am Schornstein nicht abfließen.«

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