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Schluckbeschwerden
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So können Patienten Medikamente besser schlucken

Vor allem bei älteren Patienten sind dysphagische Beschwerden ein häufiger Grund für fehlende Compliance oder arzneimittelbezogene Probleme. PTA und Apotheker können hier gezielt beraten und Kunden verschiedene Tipps mit auf den Weg geben, damit die Einnahme von fest-oralen Arzneiformen wieder besser klappt.
AutorKontaktMichelle Haß
Datum 29.04.2020  14:00 Uhr

Nicht einfach teilen

Eine häufige Ursache dafür, dass Betroffene oral-feste Darreichungsformen nicht schlucken können, ist deren Größe. Besonders große Tabletten können, falls es die Galenik zulässt – das heißt, wenn sie nicht mit einem magensaftresistenten oder Retardüberzug versehen sind – geteilt werden. Doch Vorsicht: Raue Bruchkanten erschweren die Einnahme bei manchen Patienten noch zusätzlich. Tabletten ohne Bruchkerbe dürfen nicht geteilt werden, da sie sonst unter Umständen in viele kleine Einzelteile zerbrechen. Gerade Laien fällt die Unterscheidung von Bruch- und Schmuckkerbe oft schwer, weshalb PTA und Apotheker hier entsprechend aufklären sollten.

Wie sicher das Mörsern von Tabletten oder Ausfüllen von Kapseln ist, darüber sind sich Experten nach wie vor uneinig. Denn auch wenn es die Galenik und die physikochemischen Eigenschaften des Medikaments zulassen, bleibt unter Umständen Arzneistoff im Mörser oder der Kapselhülle zurück und die Einnahme der vollständigen Dosis ist nicht mehr gewährleistet. Daher gilt: Die Herstellerempfehlungen hinsichtlich Teilbarkeit, Mörserbarkeit und Ähnliches sollten unbedingt eingehalten werden. Zusätzlich sollten Patienten ihre Tabletten nur mörsern beziehungswiese Hartkapseln entleeren, wenn sie dazu motorisch und geistig in der Lage sind. Alles andere würde die Arzneimitteltherapiesicherheit gefährden.

Nach Möglichkeit sollte bei Schluckstörungen immer auf die einfachste Darreichungsform wie Liquida oder auch auf eine nicht perorale Applikation zurückgegriffen werden. PTA und Apotheker können hier beraten und den Kontakt zum Arzt herstellen. Bei fest-oralen Darreichungsformen ist neben der Größe auch die Form und Oberfläche entscheidend. Betroffene können oblonge Tabletten und Kapseln deutlich besser einnehmen als runde Formen. Ebenso sind Tabletten mit einem Filmüberzug leichter zu schlucken. Stehen diese nicht zur Verfügung, können Hilfsmittel wie die Medcoat® Schluckhilfe Abhilfe schaffen. Hierbei überzieht ein Film die Tabletten oder Kapseln und macht raue Oberflächen glatt und besser schluckbar. Zusätzlich maskiert der Film unangenehme Geschmäcker von zum Beispiel Bitterstoffen.

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