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Medfluencer
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Social-Media-Trends kennen und Menschen gewinnen

Trends früh kennen und wissen, welche Medfluencer auf Social Media ihr Unwesen treiben – das ist mittlerweile wichtig auch für die Beratung in der Apotheke. Wer sich entsprechend positioniert, kann gerade auch jüngere Menschen an die Apotheke binden.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 16.06.2026  12:00 Uhr

PTA haben einen unschlagbaren Vorteil gegenüber den meisten ihrer Kundinnen und Kunden: Sie wissen, von was sie reden, wenn es um die Gesundheit geht. Dieser Vorteil macht sie umso wertvoller in einer Zeit, in der sich immer mehr (junge) Menschen über die sozialen Medien informieren und gefährlichen Falschaussagen Glauben schenken. Mitunter vermittelt Social Media aber auch sinnvolle Inhalte, etwa zu Produkten gegen Akne oder trockene Haut. Apothekenteams sollten den gesamten virtuellen Markt im Blick behalten, regelmäßig checken, was gerade angesagt und was davon sinnvoll ist. Bestens Bescheid wissen darüber auch die Kinder im Teenageralter.

Und genau hier können Apothekenteams punkten, denn immer wieder gehen jüngere Menschen in die Apotheke, in die auch schon ihre Eltern und bestenfalls Großeltern gehen, und fragen nach, ob es zu kaufen gibt, was auf Social Media angepriesen wird. Auch wer es bislang vermieden hat, tut deshalb gut daran, eine »Social-Media-Ecke« einzurichten, also einen Bereich, in dem die aktuell gehypten – und sinnvollen – Produkte präsentiert werden. Hier weist man am besten darauf hin, dass das genau die Produkte sind, deren Nutzen-Risiko-Verhältnis PTA oder Apotheker selbst überprüft und für gut befunden haben. 

Wenig Evidenz

Wie bedeutsam die pharmazeutische Expertise gerade auch in diesem Bereich ist, zeigt eine Studie der University of British Columbia. Sie ergab 51 Prozent Fehlinformationen zu ADHS bei den von den Forschenden untersuchten Gesundheitsvideos zum Thema. Zu medizinischen Screeningtests auf Instagram und TikTok verbreiten laut der University of Sydney, Australien, Influencer überwiegend irreführende Inhalte und nach den National Institutes of Health werden gerade einmal 49 Prozent der auf den sozialen Medien getroffenen Gesundheitsbehauptungen von Evidenz gestützt. 

Um der Zeit, die sich online noch viel schneller zu drehen scheint, nicht nachzulaufen und wirklich immer up to date zu sein mit Trends, könnten die Social-Media-Verantwortlichen der Apotheke regelmäßig nicht nur die Apotheke auf Instagram und Co. präsentieren, sondern auch prüfen, was gerade angesagt ist. Viele PTA bilden sich dazu auch über spezielle Kurse weiter, die zum Beispiel der BVpta anbietet. Hier erfahren sie die Psychotricks der Medfluencer und verbessern ihre Medienkompetenz.

Auf Augenhöhe

Neben der Social-Media-Ecke, in der sinnvolle Trendprodukte zu erwerben sind, wäre auch eine No-Go-Liste denkbar, die aufführt, was gehypt wird und gar nicht geht. Dazu könnten etwa Peptide gehören, die Menschen sich in die eigene Haut injzieren sollen, um – wahlweise – Akne, große Poren oder Falten loszuwerden. Derzeit interessieren sich junge Menschen auch für Bleaches Brows und Fake Freckles, also gebleichte Augenbrauen und gemalte Sommersprossen. Blondierpasten machen Ersteres möglich. Auch wenn das eigene Sortiment so etwas nicht hergibt, können PTA zum Schutz der umliegenden Haut beraten, damit die Pasten und Entwicklercremes die Augen nicht gefährden. 

Weiterhin treibt die Cortisolpanik ihr Unwesen in Social Media. Um den Cortisolspiegel angeblich zu senken, werden diverse Nahrungsergänzungsmittel angeboten – auch hier ist die Expertise von PTA gefragt, um Empfehlungen wissenschaftlich einzuordnen und sinnvoll zu beraten. Longevity und Darmgesundheit sind und bleiben Trends, mit denen sich Apothekenteams auskennen sollten, um gegen verbreitetes Unwissen anzukommen. 

Wichtig: PTA sollten nicht abwertend reagieren, wenn Menschen berichten, was sie auf Social Media mitbekommen haben und die Mittel unbedingt kaufen wollen. Zunächst einmal ist es ja positiv, wenn Menschen sich um die eigene Gesundheit kümmern. Das anzuerkennen, schafft eine Gesprächsatmosphäre auf Augenhöhe. 

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