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Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
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Überstunden und Zeiterfassung

Überstunden, die nirgends auftauchen, unvollständige Zeiterfassung und tarifliche Regelungen, die häufig nur auf dem Papier existieren: Eine Umfrage unter Apothekenangestellten zeigt deutliche Defizite im Arbeitsalltag, macht die Apothekengewerkschaft Adexa deutlich.
AutorKontaktMartina Schiffter-Weinle/Adexa
Datum 08.07.2026  08:00 Uhr

Adexa fordert seit Jahren eine verlässliche Arbeitszeiterfassung sowie einen fairen Umgang mit Überstunden und Mehrarbeit. Wie die Situation in öffentlichen Apotheken tatsächlich aussieht, zeigt eine Umfrage unter 1123 Angestellten. Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf die Zahl der Antwortenden, da nicht alle Teilnehmenden jede Frage beantworteten und teilweise Mehrfachnennungen möglich waren.

Arbeitszeiten

Viele Beschäftigte verfügen über eine gewisse Planungssicherheit: Von den 1094 Personen, die diese Frage beantworteten, arbeiten 71,5 Prozent mit festen Arbeitszeiten. Gleichzeitig berichtet etwa ein Drittel (31,2 Prozent) von häufigen, teilweise kurzfristigen Änderungen der Dienstpläne. Positiv fällt auf, dass knapp zwei Drittel (64,9 Prozent) angeben, ihre persönlichen Wünsche würden bei der Dienstplanung meist berücksichtigt.

Zeiterfassung

Deutlich kritischer fällt das Bild bei der Arbeitszeiterfassung aus. Von 1085 Antwortenden gibt rund die Hälfte (49,9 Prozent) an, dass ihre tatsächliche Arbeitszeit von der Apothekenleitung nicht erfasst wird. Wo eine Zeiterfassung erfolgt, kommen überwiegend digitale Systeme zum Einsatz. Dennoch bleiben zahlreiche Arbeitszeiten unberücksichtigt.

Besonders häufig betrifft dies sogenannte Vor- und Nacharbeiten. Dazu zählen etwa das Hochfahren der Computer vor Arbeitsbeginn, das Vorbereiten der Arbeitsplätze oder der Kassenabschluss nach Ladenschluss. Von 528 Antwortenden geben lediglich 38,6 Prozent an, dass diese Tätigkeiten als Arbeitszeit erfasst werden. Fast die Hälfte berichtet hingegen, dass dies nicht der Fall ist.

Auch bei verpflichtenden Fortbildungen zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Von 520 Antwortenden werden diese bei gut 71 Prozent als Arbeitszeit angerechnet, knapp jede fünfte Person erhält jedoch keine Zeitanrechnung. Etwas besser sieht es bei Teambesprechungen aus: Von 508 Antwortenden berichten 80,5 Prozent, dass diese als Arbeitszeit gelten. Knapp die Hälfte der 1055 Personen, die Angaben zu Jahresarbeitszeitkonten machten, arbeitet mit einem solchen Modell. In vielen Apotheken wird damit weiterhin nach klassischen Arbeitszeitmodellen gearbeitet.

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