| Caroline Wendt |
| 07.05.2026 10:00 Uhr |
Luft zufächeln war gestern: Ein Handventilator kann nicht nur bei großer Hitze helfen. / © Getty Images/izusek
Die Wissenschaftler schauten sich zehn Studien mit insgesamt 413 Teilnehmenden an. Die Probanden hatten Erkrankungen wie COPD, Asthma oder interstitielle Lungenerkrankungen (eine Gruppe unterschiedlicher Lungenerkrankungen mit verändertem Lungengewebe). Auch die Art der Geräte, welche den Luftstrom erzeugten, variierte. Mal kamen ein Handventilator, ein Standventilator oder ein spezielles Luftstromgerät zum Einsatz. Je nach Studie wurde die Wirkung im Labor, im Krankenhaus, bei Belastungstests und im Alltag untersucht.
Das Ergebnis war allerdings in allen Fällen gleich: Viele Betroffene mit akuter Atemnot berichteten, dass sich die Beschwerden spürbar besserten. Der Grund ist allerdings noch nicht geklärt. Fachleute vermuten, dass kühle Luft im Gesicht den Trigeminusnerv reizt und dadurch Hirnregionen aktiviert, die an der Wahrnehmung von Atemnot beteiligt sind, darunter die Insula und die Amygdala. Dadurch kann die subjektiv empfundene Schwere der Atemnot abnehmen. Einen messbaren Einfluss auf die Atmung oder die Sauerstoffzufuhr haben Ventilatoren hingegen nicht. Auch bei längerer Anwendung zeigt sich keine dauerhafte Besserung der Symptome. Unerwünschte Nebenwirkungen traten nicht auf.
In einem Faktenblatt zur korrekten Anwendung des Ventilators empfiehlt der Lungeninformationsdienst einen Abstand von etwa 15 Zentimetern zum Gesicht, sodass der Luftstrom Nase, Mund und Wangen trifft. Gleichzeitig können andere erlernte Atemtechniken, atemerleichternde Körperpositionen oder Entspannungstechniken zum Einsatz kommen.
Die Dauer, bis eine Linderung eintritt, ist jedoch sehr unterschiedlich: Manche Betroffene spüren bereits nach wenigen Sekunden eine Linderung, andere erst nach mehreren Minuten. Der Ventilator-Trick kann auch gleichzeitig mit einem Sauerstoffgerät angewendet werden. Handventilatoren haben den Vorteil, dass sie auch unterwegs eingesetzt werden können sowie bei nächtlicher Atemnot griffbereit auf dem Nachttisch liegen können. Bei einer Virusinfektion sollten Ventilatoren jedoch nicht zum Einsatz kommen, um die Viren nicht mit dem Luftstrom zu verteilen.