| Isabel Weinert |
| 04.06.2026 14:00 Uhr |
Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie kann es nach einer medizinischen Geschlechtsumwandlung noch schlechter gehen. / © Getty Images/ronniechua
Die jungen Menschen nahmen die Möglichkeit einer Geschlechtsidentitätsbewertung in der Hoffnung wahr, sich dann einer GR unterziehen zu dürfen. Doch nicht nur war die schwere psychiatrische Morbidität bei denjenigen Jugendlichen mit Geschlechtsidentitätsbewertung nach einer Mindestnachbeobachtung von zwei Jahren viermal so hoch wie bei denjenigen, die diese Bewertung nicht wahrgenommen hatten. Vielmehr nahmen schwere psychische Probleme hier besonders bei denen zu, die medizinische GR-Interventionen durchlaufen hatten.
Der Hauptautor des Forschungsartikels, Sami-Matti Ruuska von der Universität Tampere, sagte dazu: »Es wurden hohe Erwartungen an medizinische GR-Interventionen gestellt, die während der Jugend eingeleitet werden, da angenommen wird, dass sie sich positiv auf die psychische Gesundheit und die allgemeine Funktion auswirken. Diese außergewöhnlich umfassende und landesweit repräsentative, registerbasierte Nachbeobachtungsstudie zeigte diese Vorteile jedoch nicht. Im Gegenteil, die Ergebnisse deuten auf eine Verschlechterung der psychischen Gesundheit bei Personen hin, die sich medizinischen GR-Interventionen unterziehen.«
Die Forschenden sehen einen möglichen Grund darin, dass die Geschlechtsdysphorie bei einigen Jugendlichen sekundär zu anderen zugrunde liegenden psychischen Problemen bestehen kann. Es sei deshalb von besonderer Wichtigkeit, psychische Probleme bei Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie effektiv zu identifizieren und zu behandeln.