Slush-Eis gibt es in vielen knalligen Farben, was besonders Kinder anspricht. / © Getty Images/Kalle Aalto
Konkret geht es um Glycerin (E 422), das als Zusatzstoff dafür sorgt, dass die Masse nicht vollständig gefriert. Das Problem: Glycerin senkt ab einer bestimmten Dosis den Hirndruck, hierfür wird es auch therapeutisch eingesetzt. In Studien zeigte sich ein Effekt ab 250 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Zu den unerwünschten Wirkungen, die auftreten können, gehören Kopfschmerzen, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Wie wahrscheinlich gesundheitliche Folgen durch das Essen von Slush-Eis sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn nicht jedes Slush-Eis enthält gleich viel Glycerin, auch Verzehrmenge und Körpergewicht spielen laut BfR eine Rolle.
Welche Erkenntnisse es aber gibt:
Das BfR hat im Februar 2025 Messwerte von Glycerin-Gehalten in 62 Slush-Eis-Getränken gesundheitlich bewertet. Für eine Berechnung nahm die Behörde an, dass ein Kind (5 Jahre alt, 20 Kilogramm Körpergewicht) Slush-Eis trinkt, das die mittlere gemessene Glycerin-Menge enthält. In diesem Fall reichen bereits knapp 200 Milliliter Slush-Eis aus, um die »therapeutisch wirksame Dosis« von 250 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht zu erreichen.
Im März 2026 hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine akute Referenzdosis (ARfD) für glycerinhaltige Getränke abgeleitet: Diese beträgt 125 mg Glycerin pro kg Körpergewicht für den einmaligen Verzehr. Bei dieser Menge sei kein erkennbares Gesundheitsrisiko zu erwarten.
Die Behörde geht jedoch davon aus, dass die ARfD bei üblichen Verzehrmengen (250 ml bei Kindern unter 10 Jahren, 500 ml bei Kindern ab 10 Jahren) überschritten wird, wenn man die vom Europäischen Erfrischungsgetränke-Verband mitgeteilten maximalen Verwendungsmengen von 20 g pro kg Slush-Ice-Getränk beziehungsweise das 90. Perzentil der gemessenen Gehalte von 52,9 g pro kg Getränk zu Grunde legt. 90. Perzentil bedeutet, dass 90 Prozent der Messwerte diesen Wert nicht überschreiten.
Die EFSA ermittelte außerdem unbedenkliche Mengen, die einmalig verzehrt werden können, ohne die ARfD zu überschreiten, wenn man von einer Glycerin-Konzentration von 52,9 Gramm pro Liter (entsprechend der 90-Perzentil-Konzentration) im Slush-Eis ausgeht. Die maximale Verzehrmenge beträgt dann für Kleinkinder 29 ml, für Kinder 57 ml, für Jugendliche 127 ml, Erwachsene 179 ml und ältere Menschen 181 ml. Für andere Glycerin-Konzentrationen gelten entsprechend andere maximale Verzehrmengen. Die EFSA hat der Europäischen Kommission laut BfR empfohlen, gesetzliche Höchstmengen für Glycerin in Getränken in Betracht zu ziehen.
Tückisch: Wie viel Glycerin ein Slush-Eis enthält, lässt sich nicht erkennen. Bislang müssen sich Hersteller nicht an Höchstmengen halten, wenn es um Glycerin in Slush-Eis geht. Die Verbraucherzentrale Bayern rät Eltern, an Slush-Eis-Ständen aktiv nachzufragen, ob der Zusatzstoff darin enthalten ist. Um gesundheitliche Risiken vollständig auszuschließen, gibt es allerdings nur eine Strategie (die Kindern allerdings nicht gefallen dürfte): den Verzicht auf den bunten Schneematsch aus dem Becher.
Womöglich können Eltern ihren Nachwuchs eine selbstgemachte Alternative zur Erfrischung schmackhaft machen.

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Die Stiftung Warentest schlägt als Slushy-Alternative eine sizilianische Granita vor. Dafür 200 Milliliter frisch gepressten Zitronensaft, 60 Gramm Zucker und 240 Milliliter Wasser sowie nach Belieben etwas Zitronenabrieb mischen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Diese Mischung wandert für drei bis vier Stunden ins Tiefkühlfach, sollte dabei allerdings alle 30 Minuten mit einer Gabel durchgerührt werden. So entsteht eine dickflüssige, mit Eiskristallen durchsetzte Masse, die Ähnlichkeit mit Slush-Eis hat.
Übrigens: Auch aus Cola oder Limonade lässt sich auf diese Weise ein Slush-artiges Getränk zubereiten.