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Plötzlicher Sehverlust
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Warnsignal für Herzinfarkt und Schlaganfall

Ein plötzlich auftretender Sehverlust sollte nicht als harmlose Sehstörung abgetan werden, auch wenn er nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Denn er kann auf schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen hindeuten. Die Stiftung Auge möchte deshalb dafür sensibilisieren, solche Beschwerden klar zu benennen und diese ernst zu nehmen.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 07.07.2026  16:00 Uhr

Das gelte vor allem, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten, schmerzlos sind und nach wenigen Minuten wieder verschwinden. Dann sei der vorübergehende Sehverlust ein ernst zu nehmendes Warnsignal, das keinesfalls bagatellisiert werden dürfe – auch wenn sich das Sehvermögen schnell wieder normalisiere, betont die Stiftung.

Bei einem solchen plötzlich auftretenden Sehverlust sehen Betroffene meist für einige Minuten auf einem Auge deutlich schlechter. Manche berichten auch von einem Schatten, der sich über das Gesichtsfeld legt, oder davon, nur noch wie durch einen Schleier sehen zu können. Gerade weil diese Symptome meist nach kurzer Zeit wieder verschwinden, werde ihre Bedeutung häufig unterschätzt, warnt die Stiftung Auge.

Doch Professor Dr. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge, betont: »Ein schmerzloser, plötzlich auftretender Sehverlust ist kein zu bagatellisierendes Symptom.« Er könne vielmehr auf erhebliche Herz-Kreislauf-Risiken hindeuten. Selbst wenn sich das Sehvermögen rasch wieder normalisiere, sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine Durchblutungsstörung der Netzhaut oder des Sehnervs zugrunde liegt.

»Vorübergehender Sehverlust ist ein Warnsignal, das eine Chance zur Vorbeugung bieten kann«
Professor Dr. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn

Kritisches Zeitfenster: Schnell ärztlich abklären lassen

Denn ein sogenannter transienter Sehverlust trete in der Regel auf, wenn die Blutversorgung von Netzhaut und Sehnerv vorrübergehend unterbrochen oder vermindert sei. Die Auswertung internationaler Patientendaten habe laut der Stiftung gezeigt, dass nach einem solchen Ereignis das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Komplikationen – etwa einen Herzinfarkt oder Schlaganfall – erheblich erhöht ist. Das gelte besonders für die ersten 90 Tage nach dem Sehverlust.

Mit der ärztlichen Abklärung sollten sich Betroffene daher nicht allzu viel Zeit lassen. »Eine dringliche Intervention ist in dieser Zeit am bedeutsamsten«, so Holz. Veränderungen der Durchblutung am Auge könnten auf Risiken hinweisen, die Gehirn, Herz und Gefäße betreffen.

Symptom richtig einordnen 

Wichtig sei daher, einen vorübergehenden Sehverlust nicht als Übermüdung, Kreislaufschwäche oder Augenstress abzutun. Ein wichtiges Indiz sei, dass die Sehstörung plötzlich auftritt. Betroffene sollten solche Beschwerden klar benennen, ernst nehmen und umgehend ärztlich abklären lassen.

Die Stiftung Auge rät, sich zu merken, wann die Beschwerden begonnen haben, wie lange sie anhielten, ob ein oder beide Augen betroffen waren und ob weitere Symptome wie Schwindel oder Kopfschmerzen auftraten. Holz: »Wer rasch reagiert, ermöglicht eine gezielte Diagnostik und gegebenenfalls eine Behandlung, bevor schwerwiegendere Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle auftreten.«

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