| Isabel Weinert |
| 07.07.2026 12:00 Uhr |
Unbeschwert und fröhlich – der Urlaubslaune kommt am besten keine Krankheit in die Quere. / © Adobe Stock/Pixel-Shot
Zu den Krankheiten, die gerne genau dann auftreten, wenn man sie so überhaupt nicht braucht, gehören Blasenentzündungen. Baden in kühlerem Gewässer, danach Verweilen im nassen Bikini und vielleicht auch noch öfter Sex mit dem oder der Liebsten – diese Faktoren können eine Blasenentzündung befördern. Was beugt vor? Immer sofort in trockene Kleidung schlüpfen, wenn Frau aus dem Wasser kommt. Außerdem ausreichend viel trinken; nach dem Sex Wasserlassen und zwei große Gläser Wasser trinken.
Wenn aber Symptome auftreten, wie Brennen beim Wasserlassen, ständiger Harndrang oder Krämpfe, dann haben Frauen, die häufig von Blasenentzündungen betroffen sind, prophylaktisch ein vom Arzt verordenetes Antibiotikum dabei. Alle anderen können die Entzündung bremsen, indem sie Ibuprofen einnehmen, Sachets mit D-Mannose und Cranberry auflösen und trinken sowie pflanzliche Medikamente, die Extrakte aus Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblättern enthalten (zum Beispiel Canephron®), einnehmen. Hilfreich können auch Präparate sein, die Bärentraubenblätterextrakt beziehungsweise Arbutin enthalten, solche mit Senfölglycosid-haltigen Pflanzen oder auch mit Goldrutenkraut zur Durchspülung der Harnwege.
Weiteres Beispiel: Hämorrhoiden oder eine Analvenenthrombose. zu Hause schon lange kein Thema mehr, weil man erfolgreich mit der Ernährung für einen guten Stuhlgang sorgt, aber am Urlaubsort löst das ungewohnte Essen wieder Verstopfung aus. Nur allzu schnell können die bis dato verschwunden geglaubten Gefäßpolster im Enddarm durch den Druck bei der »Sitzung« wieder mehr Raum fordern und Beschwerden bereiten. Besonders unangenehm macht sich eine Analvenenthrombose akut bemerkbar. Sie zeigt sich ebenfalls bei starkem Pressdruck als stecknadel- bis pflaumengroßes Blutgerinnsel in einer oberflächlichen Vene am Afterrand.
Auch wenn sie medizinisch harmlos ist, kann sie massive Beschwerden bereiten. Tasten lässt sie sich als Knoten. Was hilft? Wer zu Hause beispielsweise täglich auf Flohsamenschalen am Morgen setzt, oder auf geschrotete Leinsamen oder Ähnliches, nimmt diese am besten mit in den Urlaub und setzt die gewohnte morgendliche Zufuhr fort, gegebenenfalls zusätzlich vor dem Mittag- und/oder Abendessen. Allerdings ist die Einnahme mit ausreichend Wasser und auch regelmäßiges Trinken im Verlaufe des Tages dann elementar.
In das Reisegepäck gehören für den Akutfall eine Rektalsalbe, die Lidocain (zum Beispiel Lidoproct® Rektalsalbe) oder Quinisocain enthält, weil sie, lokalanästhetisch wirksam, den Schmerz schnell nimmt, sowie Heparinsalbe oder -gel. Reibt man das Blutgerinnsel zwei- bis viermal am Tag über einige Tage ein, geht die Analvenenthrombose in der Regel rasch zurück.