PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Asthma und COPD
-
Warnsignal per Stimme

Bei Asthma- und COPD-Patienten verändert sich die Stimme zu Beginn einer akuten Verschlechterung. Das könnte man zukünftig nutzen, etwa per Smartphone-App.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 15.07.2026  16:00 Uhr

Bei einer akuten Verschlechterung einer bestehenden Asthma-Erkrankung, einer sogenannten Exazerbation, verengen sich die Atemwege, und es wird verstärkt Schleim produziert. Die Folgen sind etwa Atemnot, Husten und Brustenge – ohne Medikamente kann eine solche Situation mitunter bedrohlich werden.

Niederländische Forschende der Universität Maastricht haben nun festgestellt, dass sich zu Beginn einer Exazerbation die Stimme der Betroffenen verändert. 35 Probanden mit Asthma und 38 mit COPD im Durchschnittsalter von 62 Jahren hatten dazu drei Monate lang täglich mit einer speziell entwickelten App Stimmproben aufgezeichnet. Jede Person nahm dabei zunächst einen langen »A«-Laut auf und las anschließend einen kurzen Text vor oder beantwortete eine Frage. Außerdem wurden sie gebeten, täglich einen Fragebogen auszufüllen, um anzugeben, ob sich ihre Symptome verschlimmert hatten.

Die Forschenden fanden heraus, dass sich bei den Betroffenen zu Beginn eines Schubs Klangfarbe und Tonhöhe der Stimme sowie die Anzahl der Sprechpausen und die allgemeine Stimmqualität änderten. Sobald ein Schub abklang, normalisierten sich die Werte wieder.

Studienleiter Dr. Sami Simons, Assistenzprofessor an der Universität Maastricht, erklärt in einer Pressemeldung: »Da sich die Atemwege während einer Exazerbation verengen, wird der Luftstrom, der an den Stimmlippen vorbeiströmt, eingeschränkt. Dies schwächt die normale Schwingung der Stimmlippen und erschwert es, die Stimme stabil zu halten. Infolgedessen klingt die Stimme einer Person mit einer Exazerbation ›keuchender‹ und ›rauer‹.« Die Forschung lege nahe, dass Menschen mit Asthma oder COPD in Zukunft anhand ihrer Stimme erkennen können, ob sie eine Exazerbation haben, und entsprechend reagieren können.

Auf Basis ihrer Erkenntnisse haben die Forscher nun Algorithmen für maschinelles Lernen entwickelt, die anhand von Stimmveränderungen Verschlimmerungen bereits drei Tage vor dem Auftreten von Symptomen erkennen können. Diese Technologie wird aktuell in zwei neuen Studien getestet. 

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa