Ob die zugesetzten Ballaststoffe in einem sogenannten High-fiber-Drink im Körper genauso wirken wie etwa ein Vollkornbrot oder eine Linsensuppe, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. / © Getty Images/The Good Brigade (Symbolbild)
Wer auf Social Media durch Videos über gesunde Ernährung scrollt, kommt an Ballaststoffen (engl. »fiber«) derzeit nicht vorbei. Unter dem Schlagwort »Fibermaxxing« raten Influencer dazu, der Darmgesundheit zuliebe möglichst viele dieser unverdaulichen Nahrungsbestandteile in die Ernährung einzubauen. Mitunter halten sie dabei auch Limonaden in die Kamera, denen Ballaststoffe wie Inulin, Dextrine oder Akazienfasern zugesetzt sind. Sind diese sogenannten »High-Fiber-Drinks« ein Plus für die Darmgesundheit oder nicht mehr als cleveres Marketing?
Dieser Frage ist die Verbraucherzentrale Bayern in einem Marktcheck nachgegangen und hat sich acht Ballaststoff-Limos genau angeschaut. So viel vorab: »Eine Limo ersetzt einfach keine Linsensuppe«, lautet das Fazit von VZ-Ernährungsexpertin Daniela Krehl.
Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die wir nicht oder nur teilweise verdauen können. Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse enthalten besonders viel davon. Sie regen die Verdauung an, gelten – vereinfacht gesagt – als »Futter« für die nützlichen Darmbakterien und sorgen dafür, dass wir länger satt bleiben. Und: Eine höhere Ballaststoffzufuhr senkt das Risiko, an Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen zu versterben, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung online. Die Fachgesellschaft rät Erwachsenen, 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich zu nehmen.
Die Hersteller von »High-Fiber-Drinks« wollen dabei helfen, diese Zielmarke zu erreichen. Wer auf sie setzt, sollte aber genau hinschauen, denn es gibt mitunter große Unterschiede beim Ballaststoff-Gehalt. Dem VZ-Marktcheck zufolge stecken in einer Dose beziehungsweise Flasche zwischen 4 und 10 Gramm.
Ob die Ballaststoffe in den Drinks im Körper genauso wirken »wie in einem Vollkornbrot oder in einer Linsensuppe, ist wissenschaftlich noch gar nicht geklärt«, sagt Daniela Krehl. Klar ist: Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Kichererbsen, Paprika oder Vollkornbrot haben gegenüber den Limos einen Vorteil. Wer sie isst, nimmt automatisch weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zu sich.