Fructose versteckt sich zum Beispiel in Softdrinks. / © Getty Images/Melissa Lomax Speelman
Wer seinen Durst mit Wasser oder ungesüßtem Tee löscht, tut auch den Nieren etwas Gutes. Denn mit Softdrinks, Limonaden und Co. wird dem Körper in kurzer Zeit viel Fruchtzucker zugeführt. Das kann die Nieren mit der Zeit belasten, warnt die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) anlässlich des Weltnierentages. »Fructose ist kein ›gesünderer‹ Zucker – im Gegenteil: In großen Mengen kann sie über verschiedene Stoffwechselwege die Nieren massiv beeinträchtigen«, betont die DGfN. Ein hoher Fructosekonsum begünstige zudem die Entstehung von Übergewicht, Fettleber und Insulinresistenz – »zentrale Treiber für Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes«.
»Beide Erkrankungen zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine chronische Nierenkrankheit«, erklärt Professorin Dr. Sylvia Stracke, Nephrologin und Pressesprecherin der DGfN. Neben dem erhöhten Risiko für die chronische Nierenkrankheit (CKD) können Nierensteine auftreten sowie eine Albuminurie als Zeichen der Nierenschädigung. Ein dauerhafter Fructose-Überschuss treibt der Expertin zufolge auch die Neubildung von Fett voran, das sich sowohl als Unterhautfett als auch als viszerales Fett ablagere.
Verstoffwechselt wird der Fruchtzucker hauptsächlich in der Leber, aber eben auch in den Nieren, wie die DGfN erklärt. Aus gleich mehreren Gründen tue es dem Organ nicht gut, wenn wir über längere Zeit zu viel des Zuckers zu uns nehmen:
Wer gerne mal Apfelspalten oder Blaubeeren snackt, muss sich das nicht verkneifen. »Problematisch ist nicht Fructose aus frischem Obst, sondern vor allem der zugesetzte Fruchtzucker in industriell hergestellten Lebensmitteln«, erklärt Sylvia Stracke. Fructose ist beispielsweise in Softdrinks, Energydrinks, Limonaden, Sportgetränken, Eistees und aromatisierten Wässern zu finden. Auch Fruchtjoghurt, Müsliriegel, Frühstückscerealien und Desserts liefern mitunter viel davon, ebenso Fertigsoßen, Dressings und Backwaren.
Auf der Zutatenliste hält man am besten Ausschau nach Bezeichnungen wie »Fructose-Glucose-Sirup« oder »Maissirup« — und vermeidet entsprechende Produkte möglichst.
Die DGfN fordert in ihrer Pressemitteilung nicht zuletzt wirksame gesundheitspolitische Maßnahmen zur Verminderung des Zuckergehalts in Getränken und Fertigprodukten. Beispiele seien die klare Nährwertkennzeichnung, verbindliche Ziele für die Reduktion von zugesetztem Zucker und eine stärkere gesundheitliche Aufklärung.
Auch die aktuelle politische Debatte über »eine steuerliche Lenkungswirkung bei stark gezuckerten Getränken«, also eine Zuckersteuer, unterstützt die Fachgesellschaft. Parallel müsse die Früherkennung von Nierenkrankheiten verbessert werden.