»Das ist natürlich ein äußerst seltener Übertragungsweg«, erklärte ein Fraport-Sprecher zur Flughafen-Malaria. »Das sind ja Mücken, die im Gepäck oder im Frachtraum mitgeflogen sind.« Die Öffnungen zum Frachtraum seien besonders groß, hieß es zur Begründung. Insgesamt sei das Risiko für Flugreisende als gering einzuschätzen.
»Wahrscheinlich ist die Mücke schon tot«, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Peter Tinnemann. »Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das von Mensch zu Mensch ausweitet, ist nicht gegeben.« Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung sei vernachlässigbar.
Allerdings betonte Tinnemann auch: »Erhöhte Temperaturen, die wir jetzt wahrgenommen haben, erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Mücken, in Frankfurt längere Zeit zu überleben.« Aber: »Es muss jetzt nicht jeder denken, weil er Kopfschmerzen, Fieber und unspezifische Symptome hat und es am Flughafen einen Fall gab, dass er jetzt mit Malaria infiziert ist.«
Ein Fraport-Sprecher teilte auf Anfrage mit: »Wir haben, als wir von den Fällen erfahren haben, über unsere internen Kanäle unsere Mitarbeitenden informiert.« Es sei dafür sensibilisiert worden, bei Krankheitssymptomen zum Arzt zu gehen und auch darauf hinzuweisen, dass man am Flughafen arbeite.
Zudem seien auch alle sogenannten Flughafen-Ausweisträger informiert worden – dazu zählen neben den Fraport-Beschäftigten etwa Mitarbeiter von Airlines oder der Polizei. Ferner seien am Flughafen Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen worden, sagte der Sprecher. Diese würden jetzt in einem Labor untersucht.
Malaria wird durch parasitäre Einzeller verursacht, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Reisende aus Deutschland infizieren sich weit überwiegend in tropischen und subtropischen Ländern. Vor allem die schwerste Form, Malaria tropica, kann bei fehlender oder zu spät erfolgter Behandlung tödlich verlaufen. Ramharter zufolge ist Malaria tropica für über 95 Prozent der Todesfälle durch Malaria weltweit verantwortlich.
Todesfälle hierzulande kommen nach RKI-Angaben immer wieder vor, weil nicht an diese Diagnose gedacht werde. Malaria beginne mit uncharakteristischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. »Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert«, schreibt das RKI.