PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Aktueller Stand der Wissenschaft
-
Welche Ernährungsgewohnheiten gesundes Altern fördern

Länger leben möchten alle – wichtig ist dabei aber vor allem, möglichst lange gesund und selbstständig zu bleiben. Die aktuelle Forschung zeigt, welche Bedeutung Ernährung und Bewegung für gesundes Altern haben – und auch, wo es noch Lücken in der Evidenz gibt.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 20.10.2026  16:00 Uhr

Knapp ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ist 65 Jahre oder älter – mit etwa 19 Millionen Menschen eine große Gruppe, die ziemlich heterogen ist. Ein 65-Jähriger hat wenig mit einer 90-Jährigen gemein; und auch bei zwei 70-jährigen Senioren können in puncto Fitness, Gesundheit und Lebenssituation enorme Unterschiede bestehen.

Das kalendarische Alter wird Experten zufolge immer unbedeutender, denn Alterungsprozesse verlaufen extrem unterschiedlich – unterschiedlich schnell und auch unterschiedlich ausgeprägt. Dafür sei vor allem das sogenannte sekundäre Altern verantwortlich, erklärte Privatdozentin Dr. Eva Kiesswetter vom Institut für Evidenz in der Medizin am Universitätsklinikum Freiburg bei einer Online-Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Thema »Ernährung im Alter«. Diverse Faktoren spielten dabei eine Rolle: die genetische Veranlagung, aber auch die Persönlichkeit, Umweltfaktoren, der Zugang zum Gesundheitssystem sowie vor allem Aspekte des Verhaltens – hierunter fallen auch die Ernährungsgewohnheiten.

»Wir möchten alle ein möglichst hohes Lebensalter erreichen, aber das sollte auch in einer guten Gesundheit sein«, so Kiesswetter. Die Longevity-Forschung versuche, die Gesundheitsspanne – also die Lebensspanne, die wir in guter Gesundheit verbringen – möglichst nah an die gesamte Lebensspanne heranzuführen. Die Differenz zwischen Gesundheits- und Lebensspanne wird auch als Morbiditätslücke bezeichnet.

Daten aus der Studie »Global Burden of Diseases, Injuries and Risk Factors« zeigen, dass sich von 1990 bis 2023 die Lebenserwartung erhöht hat, gleichzeitig die Morbiditätslücke aber breiter geworden ist. »Die Menschen verbringen also mehr Lebenszeit in Krankheit.« Während 1990 13,6 Prozent der Lebenszeit aus Krankheitsphasen bestand, waren es laut der Studie 2023 schon 14,5 Prozent. Ernährungsassoziierte Risikofaktoren, die mitverantwortlich sind für eine breite Morbiditätslücke, seien Studien zufolge vor allem ein hoher Body-Mass-Index (BMI), aber auch spezielle Ernährungsgewohnheiten in hoch industrialisierten Ländern, wie ein hoher Konsum von (verarbeitetem) Fleisch und Salz, verdeutlichte Kiesswetter.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa