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Burning-Mouth-Syndrom
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Wenn die Zunge brennt – mögliche Auslöser und Therapien

Wenn die Zunge plötzlich sticht und brennt, kann eine Glossodynie dahinterstecken. Das Zungenbrennen, das nichts mit scharfem Essen zu tun hat, wird auch als Burning-Mouth-Syndrom (BMS), Glossalgie, Dysästhesie oder chronisches orales Schmerzsyndrom bezeichnet. Etwa 2 bis 5 Prozent der Deutschen leiden darunter – vor allem Frauen in den Wechseljahren. Was steckt dahinter und was hilft?
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 27.04.2026  16:00 Uhr

Neben der Zunge, bei der sich die Beschwerden vorwiegend an der Spitze und an den Rändern äußern, können auch die Mundschleimhaut, der Gaumen, die Wangen oder die Lippen betroffen sein. Weitere Symptome sind Juckreiz, stechende Schmerzen oder Wundheitsgefühle sowie häufig ein sehr trockener Mund und ein pelziges Gefühl. Auch Mundgeruch und ein verändertes Geschmacksempfinden sind möglich – von verstärkter oder eingeschränkter Wahrnehmung bis hin zu einem metallisch-bitteren Geschmack.

Die Intensität der Missempfindungen verändert sich im Tagesverlauf: Während sie morgens oft kaum spürbar sind, nehmen sie im Laufe des Tages zu und werden abends besonders unangenehm. Äußerlich lassen sich mitunter einzelne entzündete Papillen auf der Zunge als kleine weiße Noppen erkennen, die jedoch nicht die Ursache des Zungenbrennens sind. Bei Allergien können zudem leuchtend rote Schwellungen auf Zunge oder Schleimhäuten auftreten.

Mögliche Auslöser von Zungenbrennen

In vielen Fällen handelt es sich um ein primäres Zungenbrennen, das bei etwa einem Drittel der Betroffenen spontan wieder verschwindet. Mögliche Auslöser sind:

  • Allergien, etwa auf Metalle wie Chrom, Nickel, Blei, Quecksilber (Amalgam), Bismut oder Gold
  • Inhaltsstoffe in Zahncremes und Mundspülungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • häufiger und übermäßiger Konsum von Heißgetränken, Alkohol, Tabak sowie sehr scharfen oder süßen Lebensmitteln
  • mechanische Reizungen im Mundraum durch scharfkantige Zähne oder Prothesen
  • Zahnstein oder Karies
  • starkes Zähneknirschen und -pressen
  • Zungenpiercings
  • Entzündungen im Mundraum
  • Mangelzustände (Eisen, Folsäure, Vitamin C)
  • bestimmte Medikamente wie Blutdrucksenker oder Antidepressiva
  • Hormonumstellungen in den Wechseljahren

Zungenbrennen kann jedoch auch infolge einer Grunderkrankung auftreten, etwa beim Sjögren-Syndrom, der Multiplen Sklerose oder einer Fibromyalgie. Auch psychische Ursachen wie Depressionen oder Schizophrenie kommen infrage. Zudem tritt das Missempfinden auf der Zunge mitunter bei Diabetes mellitus, Gicht, Colitis ulcerosa oder Schilddrüsenerkrankungen auf. Ebenso kann es im Zusammenhang mit Infektionen, etwa der Leber oder Galle, mit Mukoviszidose, HIV oder bestimmten Krebsformen stehen.

Zungenbrennen – was tun?

Um eine Chronifizierung zu vermeiden, empfiehlt es sich, zunächst die Hausärztin oder den Hausarzt aufzusuchen und mögliche Auslöser wie Allergien oder Medikamente abklären zu lassen. Anschließend kann eine weiterführende Diagnostik erfolgen – etwa durch Fachärztinnen und -ärzte aus der Zahnmedizin, der Psychosomatik, der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder der Dermatologie.

Da die möglichen Ursachen sehr vielfältig sind, ist die Abklärung oft schwierig und langwierig. Betroffene sollten daher wissen, dass bei der Behandlung von Zungenbrennen häufig Geduld erforderlich ist. 

Mögliche Therapien reichen – je nach Diagnose – von Antikrampfmitteln, Liponsäure gegen Nervenschädigungen, bestimmten Psychopharmaka und kognitiver Verhaltenstherapie bis hin zu Schmerzmitteln.

Bei starken Schmerzen ist der Einsatz von Lokalanästhetika oder Schmerzmitteln möglich. Salbei- oder Kamillentee, Myrrhepräparate und andere adstringierende Substanzen können Entzündungen und Schwellungen lindern. Teilweise sind auch Vitaminpräparate wie Panthenol einsetzbar.

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