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Mangelernährung im Alter
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Wenn Hunger und Durst schwinden

Appetitlosigkeit, weniger Durst, Muskelschwund und Vitaminmangel: Mit zunehmendem Alter verändern sich Stoffwechsel, Körperzusammensetzung und Nährstoffbedarf. Das macht Senioren besonders anfällig für eine Mangelernährung, welche wiederum das Risiko etwa für Frailty, Infektionen und damit eine Pflegebedürftigkeit erhöht. Mit einer gezielten, nährstoffdichten Ernährung lässt sich gegensteuern.
AutorKontaktEgid Strehl
Datum 26.01.2026  08:00 Uhr

Genug trinken und die Nieren unterstützen

Mit steigendem Lebensalter durchlaufen auch die Nieren strukturelle und funktionelle Veränderungen. Die altersbedingte Atrophie des Organs führt zu einer Verminderung der renalen Durchblutung und zur Abnahme der glomerulären Filtrationsrate, sodass Stoffwechselendprodukte langsamer aus dem Blut eliminiert werden. Gleichzeitig ist die Fähigkeit zur Harnkonzentrierung deutlich vermindert. Es kommt folglich vielfach zu erheblichen Wasserverlusten. Darum kann eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr und eine hohe Protein- oder Elektrolytaufnahme kritische Folgen für Senioren haben.

Senioren können die täglich notwendige Trinkmenge sicherstellen, wenn sie:

  • gut auf ihr körperliches Befinden achten, beispielsweise auf ungewöhnliche Symptome wie Schwindel, Schwäche, Kopfschmerz, Unruhe, Pulsjagen, Desorientiertheit oder Verwirrtheit.
  • ihren Urin inspizieren, dieser sollte durchgehend hellgelb erscheinen.
  • sich durch Apps oder Wecker an ihre vorausgewählten täglichen Trinktermine erinnern lassen.
  • ihren Durst zwischendurch mit salzigen Snacks stimulieren.
  • Saftschorlen, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees für den ganzen Tag zubereiten und eventuell gleich in geplante Portionen aufteilen.
  • wasserreiches Obst und Gemüse (wie Melone, Gurke) zusätzlich auf ihren Speiseplan setzen.

Ältere Menschen leiden häufig auch unter Kau- und Schluckbeschwerden. Zudem verstärken Bewegungsmangel, geringe Flüssigkeitszufuhr und ballaststoffarme Kost eine ausgeprägte Obstipationsneigung. Als problematisch ist ferner die altersbedingte Veränderung der Magenschleimhaut mit Resorptionsminderung anzusehen. Nicht unerwähnt bleiben darf auch der von der reduzierten Säuresekretion des Magens abhängende Anstieg des gastralen und intestinalen pH-Wertes. Dieser vermindert nicht nur die Verfügbarkeit von Eisen und Calcium, sondern steigert auch das Wachstum pathogener Keime und damit die Wahrscheinlichkeit von Infektionen entlang des Verdauungstrakts.

Bei der Energiezufuhr muss berücksichtigt werden, dass sowohl der Grund- als auch der Leistungsumsatz bei älteren Menschen im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen verringert ist. Der sinkende Grundumsatz geht konform mit der sich verändernden Körperzusammensetzung. Durch den herabgesetzten Energiebedarf ergibt sich die Notwendigkeit einer höheren Nährstoffdichte der Nahrung: Süßigkeiten, Kuchen und stark verarbeitete Produkte sollten reduziert werden. Eine abwechslungsreich gestaltete Kost mit ausreichend Gemüse und Obst sowie Milch- und Vollkornprodukten sichert die Versorgung des Körpers mit allen essenziellen Nährstoffen.

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