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Prävention
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Wer sich gegen Pneumokokken impfen lassen sollte

Alle Jahre wieder: Im Herbst steigt die Krankheitslast auch durch Pneumokokken. In der vergangenen Saison lag die Inzidenz invasiver Krankheitsfälle besonders hoch. Besonders ältere Menschen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen profitieren von einer Impfung.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 19.11.2025  16:00 Uhr
Wer sich gegen Pneumokokken impfen lassen sollte

»Die Inzidenz invasiver Pneumokokken-Erkrankungen ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen«, informierte Professor Dr. Claus Vogelmeier, Internist und Pneumologe aus Marburg, bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Pfizer. In der Tat: Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) stiegen postpandemisch die Erkrankungszahlen bei Erwachsenen, und zwar mit einem verfrühten saisonalen Beginn und einem Anstieg der Fallzahlen im Herbst. In den vergangenen Wintermonaten lagen die Fallzahlen besonders hoch.

»Die Pneumokokken-Impfung ist das ganze Jahr über sinnvoll, doch gerade jetzt – noch bevor die Zahlen invasiver Pneumokokken-Erkrankungen vermehrt ansteigen – sollten vulnerable Personengruppen durch ihre behandelnden Ärzte aktiv angesprochen und geimpft werden, eventuell auch in Kombination mit der Influenza- und Covid-19-Impfung. Die Immunisierung kann nicht nur vor Infektionen schützen, sondern auch vor schweren Verläufen wie einer Pneumonie oder gar einer Sepsis sowie Meningitis«, betonte Vogelmeier.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt denn auch für Menschen ab 60 Jahren standardmäßig sowie für Personen ab 18 Jahren mit chronischen oder immunschwächenden Grunderkrankungen indikationsbedingt die einmalige Impfung gegen Pneumokokken. Sie sollen seit März 2024 den 20-valenten Konjugatimpfstoff (PCV20, Prevenar 20®) bekommen, da dieser einen breiten Schutz gegen jene 20 Serotypen vermittelt, die bei Erwachsenen hierzulande mit schwerwiegenden Verläufen assoziiert sind.

Einmalige Impfung reicht

»Erwachsene mit Grunderkrankungen, die in der Vergangenheit bereits eine Impfung mit dem Vorgänger, dem 23-valenten Polysaccharidimpfstoff, erhalten haben, sollen in einem Mindestabstand von sechs Jahren eine Impfung mit PCV20 erhalten«, führte der Lungenexperte aus. Zu einer möglichen Auffrischungsimpfung macht die STIKO derzeit keine Angaben. Vogelmeier geht aber davon aus, dass die Immunantwort länger anhaltend sein wird als die des 23-valenten Impfstoffs und dass eventuell eine Auffrischung nach »fünf bis acht Jahren« möglich werden könnte.

Chronisch kranke Kinder ab zwei Jahren sollten eine sequenzielle Impfung mit PCV13 oder PCV15, gefolgt von PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten erhalten. Zudem sieht die STIKO für alle Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten eine Grundimmunisierung gegen Pneumokokken vor. Dabei sollten aufgrund der Unreife des Immunsystems ausschließlich Konjugatimpfstoffe (PCV13 und PCV15) verwendet werden. Bei ihnen ist das Antigen an ein Trägerprotein gekoppelt («konjugiert«), was die Immunreaktion verstärkt.

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